Emanzipation und Liebe

Händel: Semele München / Cuvilliés-Theater

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Fast ein Jahrzehnt ist es nun her. Aus der Übersättigung mit Händel & Co., angerichtet meist als pikantes, hochkalorisches Menü, wurde eine Hungerkur: München zählte wieder zur Barock-Diaspora – auch weil mit Nikolaus Bachler an der Bayerischen Staatsoper ein Intendant ans Ruder kam, der dem Repertoire vor Mozart wenig abgewinnen kann. Dabei bieten sich Spielorte an, allen voran das Rokoko-Schmuckkästchen Cuvilliés-Theater. Und da die Kollegen vom Gärtnerplatz ­ohnehin Asylanten in der eigenen Stadt sind (das Stammhaus wird noch immer renoviert), plante Intendant Josef E.

Köpplinger eben das Naheliegende: Händels «Semele» in jenem wunderfeinen Haus und inszeniert von einer Frau, die so gar nichts gemein hat mit der Neonschrillkunst eines David Alden.

Überhaupt hat sich Karoline Gruber gewandelt. Weg von der Offensive, weg von Widerhaken. «Semele», dieses so intime Oratorium, ist bei ihr eine Studie über Ehe und Beziehungsalltag, über Selbstfindung und das (Nicht-)Akzeptieren der ­eigenen Situation, eine Begebenheit, wie sie im 19. Jahrhundert passiert. Die Verbürgerlichung ­eines alten Stoffes, dieses Konzept mag gut abgehangen sein. Zu «Semele» passt es aber. Vor rund 150 Jahren ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Markus Thiel

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