Münchens Volksoper
Eine letzte «Fledermaus» kurz vor der dreijährigen Sanierung, eine über dreistündige Abschiedsgala und ein lakonisches Motto für die nächste Zeit: «Heute hier, morgen dort». Ab sofort ist das Ensemble des Gärtnerplatztheaters auf der Walz. Münchens zweites Haus, traditionell ein Ort der Solistenfamilie und ein Hort des Repertoiretheaters, wird im Doppelsinne entkernt. Für 70 Millionen Euro muss das marode Schmuckkästchen renoviert werden.
Und vom einstigen Ensemble bleiben nur acht Unkündbare übrig, von allen anderen hat sich Josef Ernst Köpplinger, ab Herbst der neue Intendant, getrennt – künftig wird nur noch mit Gastverträgen gearbeitet.
«Kahlschlag», schallte es dem gebürtigen Niederösterreicher sofort entgegen. Aber der 47-jährige Noch-Chef des Stadttheaters Klagenfurt sieht keinen anderen Ausweg: Ein festes Ensemble sei während der Renovierungsphase nicht mehr zu bezahlen. 270 Termine weist der derzeitige Saisonkalender auf, in der kommenden Spielzeit sind es bloß noch 160. Unterm Strich macht das einen Einnahmeverlust von zwei Millionen Euro aus. Und der muss, wie auch die erheblich wachsende Logistik, aus einem eingefrorenen Etat beglichen werden. An eine Erhöhung denkt der ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Markus Thiel
In diesem Jahr jährt sich der napoleonische Krieg in Russland zum zweihundertsten Mal. Prokofjews Oper «Krieg und Frieden» (nach Tolstois Roman), die diese Zeit feiert, ist allerdings ein Monster, kaum aufführbar. Sie beinhaltet viel Siegespathos, das heute inakzeptabel wirkt. Für einen Abend ist das Stück außerdem zu lang. Allerdings können Striche manches retten.
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Impressum
53. Jahrgang Nr. 6
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752244
Redaktion Opernwelt
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 09.05.2012.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
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