Ohne Schmäh

Evelyn Steinthalers quellenkritische Biografie des Tenors Richard Tauber

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Sängerbiografien tendieren leicht zur Verklärung, verlocken auch seriöse Autoren gern zu romanhafter Ausschmückung oft nur rudimentär überlieferter Fakten. Wenn der Gegenstand der Beschreibung dann auch noch ein populärer Tenor mit einem wechselhaften und in Teilen tragischen Schicksal ist, dann kennt die Fantasie oft keine Grenzen. Richard Tauber ist nicht zum ersten Mal Gegenstand biografischer Bemühungen.

In schlechter Erinnerung ist mir das oberflächliche, klatschsüchtige Opus «Gern hab’ ich die Frau’n geküsst» von Michael Jürgs, vor neun Jahren bei Paul List in München erschienen.

Der neueste Versuch von Evelyn Steinthaler steht auf einem anderen Niveau. Die Autorin, die sich schon in früheren Publikationen mit dem Thema Exil auseinandergesetzt hat, ist keine Opern- oder gar Stimmenspezialistin, aber sie hat gelernt, wissenschaftlich – und das heißt nicht zuletzt: quellenkritisch – zu arbeiten und konnte hier auf Dokumente zurückgreifen, die erst in jüngster Zeit zugänglich gemacht wurden.

Sie betrachtet Tauber nicht in erster Linie als Sänger, sondern als Medien-Phänomen und damit als eine zentrale Figur der Zeitgeschichte, beschreibt seine Rolle im Musik- und ...

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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Medien/Buch, Seite 35
von Ekkehard Pluta

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