Checkliste des Grauens
Nur mal kurz in die Debatte geworfen, schon lösen gewisse Namen etwas aus. Blut, Schweiß, Sperma, Gewalt – das sind die Stichwörter des Pawlow’schen Denkreflexes, wenn der Name Calixto Bieito fällt. Ein solcher Name nützt auch in einem praktischen Sinn: Er gewährt (dauerhaften) Zutritt zum internationalen Regiezirkus. Jetzt mischt Bieito auch am Staatstheater Nürnberg mit. Das Haus hat eine längere Zusammenarbeit mit dem Katalanen vereinbart. Alles Koproduktionen, im aktuellen Fall mit Toulouse und Belfast.
Doch war den Franken mit Puccinis «Turandot», immerhin, das Recht der ersten Nacht vergönnt – entsprechend hoch die Aufmerksamkeit.
Dabei hat Bieito die Attitüde des Schockierers mittlerweile hinter sich gelassen. Offenbar auch die des Regisseurs, der linear erzählt und Charaktere von innen heraus entwickelt. Er spielt lieber mit seinen Figuren Schach. Eine Spielpuppenfabrik in China, ein Brutalosystem, in dem Arbeiterinnen und Arbeiter in Blaumännern vor einer riesigen Kartonwand geknechtet werden (Bühne: Rebecca Ringst) – das ist der Schauplatz seines «Turandot-Fragments». Gespielt wird in pausenlosen 110 Minuten, ohne ein nachkomponiertes Finale. «Poesia», mit diesem ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Markus Thiel
ARD-ALPHA
2.11. – 20.15 Uhr
Im Schatten des Sängers?
Porträt des Klavierbegleiters Helmut Deutsch.
9.11. – 11.00 Uhr (1)
16.11. – 11.00 Uhr (2)
16.11. – 20.15 Uhr (3)
23.11. – 11.00 Uhr (4)
30.11. – 11.00 Uhr (5)
Mariss Jansons dirigiert
1. Schostakowitsch: Symphonie Nr. 10 e-moll, op. 93. 2. Berg und Bruckner. Solist: Gil Shaham, Violine. 3. Brahms: Ein deutsches Requiem....
Hannover hat sich in den letzten Monaten aus der Geschichte Größe geborgt. Mit einer vielgestaltigen Landesausstellung und etlichen Kunstereignissen feiert man die Personalunion mit Großbritannien. Oder wie es der Titel der Ausstellung allen Nichthistorikern erklärt: «Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714 – 1837». Vor 300 Jahren bestieg der Kurfürst aus...
Ursprünglich klang sie wie ein überraschend dunkler, «slawischer» Koloratursopran. Es ist gar nicht so lange her, da sang sie noch Adina. Gerade erst hatte sie Donizettis Belcanto-Königinnen in ihr Repertoire aufgenommen. Inzwischen wagt sich Anna Netrebko immer weiter in dramatischere Bereiche vor. Jüngst ging sie Verdis Spinto-Partien an, Wagners Elsa soll 2016...
