Was ist Treue?
Nachdem die Kölner Oper in den vergangenen zweieinhalb Jahren ein enormes Programm fast ohne Übernahmen und Koproduktionen gestemmt hat, kommt mit dieser Inszenierung nun ein Paradebeispiel des internationalen Kooperationsbetriebs auf die Bühne. Uwe-Eric Laufenbergs Deutung der «Ariadne auf Naxos» kam 1998 in Brüssel heraus, sie war in Straßburg, Barcelona, Bilbao und Tel Aviv zu sehen. Im Kölner Spielplan ist so etwas aber immer noch die große Ausnahme.
Die für Köln frisch aufbereitete Inszenierung ist nach wie vor ansehnlich.
Ausstatter Tobias Hoheisel versetzt das Geschehen in die Entstehungszeit des Stücks: Der hohe, prachtvolle Saal im Wiener Jugendstil dient als Einheitsbühnenbild für Vorspiel und Oper. Das turbulente Vorspiel «hinter den Kulissen» schnurrt – bei feiner, präziser Personenregie – in der bewährten Manier ab. An seinem Ende stellen die Diener Stühle für das zu erwartende «Publikum» auf die Bühne – um sie anschließend gleich wieder abzuräumen. Die Differenz von Innen- und Außenperspektive, mithin die Differenz von behaupteter «Realität» und Kunst, wird schlicht negiert.
Was sich nun in der «eigentlichen» Oper vollzieht, ist die Geschichte einer durch den Verlust ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Ingo Dorfmüller
Jean Cox debütierte 1951 an der New England Opera Boston als Lenski im «Eugen Onegin», sang 1954 beim Festival von Spoleto den Rodolfo in «La Bohème» und war 1954 und 1955 als lyrischer Tenor am Theater von Kiel engagiert. Dort, sowie in den Folgejahren bis 1959 in Braunschweig, erarbeitete er sich viele Partien, u. a. Xerxes, Cavaradossi, Lohengrin und Otello. Von...
Nina Stemme ist ohne Frage die beste dramatische Sopranistin unserer Zeit. Und sie sucht sich ihre Partien genau aus. Aida war, zwischen viel Wagner, eine Wunschpartie. Jetzt kommt die Minnie in «La fanciulla del West» hinzu. Und zwar in ihrer schwedischen Heimat. Christof Loy inszeniert.
Das Interesse an der Antike zieht sich durch die Operngeschichte. Nun hat...
Der Anlass war ein rauschendes Fest. Zum letzten Mal sollte Alessandro Scarlatti die Feder für ein dramatisches Werk führen. Uraufgeführt wurde seine «Erminia», eine Serenata für vier Stimmen, am 20. Juni 1723 in Neapel. Und zwar im Rahmen der Hochzeits-feierlichkeiten für Ferdinando Colonna, Prinz von Stigliano, und seine Angetraute Maria Luisa Caracciolo di...
