Mutterflucht
Geboren wurde er im August, da das Licht flirrend hell ist und scharfe Schatten wirft. Doch Heinrich Marschner (1795–1861) lebte, als wandelte er stets im Novembernebel; er litt, schreibt Oskar Bie, an seinem Wesen, seiner Liebe, seinem Amte, an seinen Prinzipien und seinen Werken. Marschners Leben und Charakter habe sich, von ferne gesehen, wie ein dunkler Spiegel der Helden seiner Bühnenwerke ausgenommen. Dämonen sie alle, die sich ihres unterirdischen Wesens bewusst wären und in allem Überirdischen kein Glück
hätten.
So – nach eigener Einschätzung – wohl auch Marschner. Er verbrachte beinahe die Hälfte seines Lebens als beamteter Hofkapellmeister in Hannover und blickte mit neidischer Glut auf den jüngeren Richard Wagner, dem jene Aufmerksamkeit zuteil wurde, die seiner Meinung nach eigentlich ihm gebührte. Und doch war er so etwas wie der Prophet, der den sächsischen Opernheiland vorbereitete; sein «Hans Heiling» (1833) etwa gilt als das missing link zwischen dem Freischützen Webers und Wagners Verdammtem der Meere, weist janusköpfig in beide Richtungen. Liedhafte Melodik mit durchaus italienischer tinta trifft auf expressionistischen Gestus. Manch harmonische Wendungen sind ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Gerhard Persché
Herr Akzeybek, war Singen für Sie schon immer ein Herzenswunsch?
Das hat sich so ergeben. Ich bin als Jugendlicher in Izmir öfter bei Familienfeiern aufgetreten. Irgendwann meinten Freunde, ich solle meine Stimme ausbilden lassen. So habe ich mich um einen Platz am städtischen Konservatorium beworben – und wurde angenommen.
Und da stand fest: Ich will Opernsänger...
Jutta Hering-Winckler hat es wieder geschafft. Die große Wagner-Welt ins kleine Minden geholt. Ans Theaterchen ihrer Heimatstadt, das zwar kein Ensemble, aber jede Menge Energie hat. Es gibt Kabarett, Musical, Operette, Schauspiel in dem 568-Plätze-Haus, alles eingekauft. Sieben Abo-Reihen sind aktuell im Angebot, weitere vier speziell für Kinder und Jugendliche....
Er wollte es immer genau wissen. Bei allem, was er tat. Nicht nur, wenn es um die eigene Arbeit ging. Beim skrupulösen, sensiblen, kundigen und vor allem: musikalischen Ausloten von Libretti und Partituren, Plots und Figuren, Stoffkomplexen und Subtexten. Sondern auch, wenn er den Kollegen vom Parkett aus über die Schulter schaute. Was sie in Stücken oder...
