Konzentration, Reduktion, Präzision

Christof Loy und sein minutiöses Körpertheater

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Eigentlich bemerkt man ihn kaum, den Hausmeis­ter im mausgrauen Kittel, der in diesem Warteraum der Macht voller Sekretärinnen und Ministerialbeamten seine eintönige Arbeit verrichtet. Stoisch öffnet und schließt er immer wieder per Knopfdruck die bis zur Decke reichenden Fensterrolläden. Allmählich changiert so bleiernes Kunstlicht zu kaum weniger befreiendem Tageslicht, wie sich auch ganz langsam die Decke hebt und senkt, damit entweder Öffentlichkeit oder Privatheit herstellt.
Was wie aus dem Leben abgeschaut anmutet, ist zweite Realität, ist Produkt des Theaters.

Ist eine sich stetig verändernde Atmosphäre im bedrohlich klaustrophobischen Einheitsraum, den Herbert Murauer für Christof Loys Inszenierung von Donizettis «Roberto Devereux» in München ersonnen hat. Edita Gruberova als Elizabeth I. beginnt hier als eiskalte eiserne Lady im Kostüm einer Maggie Thatcher und schreitet am Ende in Zeitlupe als gealterte, verbitterte, von vergeblicher Liebe gezeichnete Königin im Abendkleid aus schwar­zem Samt zum Finale. Fließend die Übergänge der Szenen, hautnah erleb- und sichtbar die Folgen von Folter, Miss­handlung, Freiheitsentzug und Machtmiss­brauch.
Im Wesentlichen sind alle Vorzüge ...

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Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Regisseure des Jahres, Seite 61
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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