Strauss: Der Rosenkavalier

Essen

Opernwelt - Logo

Hier geht wirklich alles drunter und drüber. Menschen werden zu Puppen, Ausstellungsstücke zu Menschen, die Welt steht Kopf. Alles ein Traum. Soll so sein? Nicht E. T. A. Hoffmann ziert das Programm dieses Abends, sondern das Tandem Strauss-Hofmannsthal. Der Strauss-Zyklus des Essener Aalto-Theaters ist nun beim «Rosenkavalier» angekommen, und der überreicht seine silberne Rose im Museum zwischen Leiter und Farbtopf. Über ihm prangt das k. u. k.-Wappen an der Wand, in einer der beiden Vitrinen hängt Menzels Bild vom «Eisenwalzwerk» – realiter in Berlin beheimatet und nicht in Wien.

Hier mischt und mengt sich alles, was geht. Auch die Epochen geraten in einem Mix vom Rokoko bis zum modernen Polizei-Outfit durcheinander.
Anselm Weber, Essens designierter Schauspiel-Intendant, lässt seinen «Rosenkavalier» noch vor dem ersten Ton aus dem Orchestergraben beginnen. Die letzten Museumsbesucher – Achtung Klischee: lauter Asiaten – bestaunen Fotos knipsend die Vitrinen, bis der Museumswärter, ein gewisser Baron Ochs, sie nach Hause schickt. Nun steigen die Figuren aus ihren Schaukästen und beginnen das Traum-Spiel vom Rosenkavalier. Die Reste eines Edelmanns, die Hof­manns­thal seinem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 54
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Heitere Alptraumwelten

Dass dieser Herr Brouˇcek eigentlich ein unangenehmer Zeitgenosse aus der Abteilung Vermieter, Spießbürger oder Opportunist sein soll, merkt man in Matthias Oldags Inszenierung nicht so sehr. Man hört es aber auch in Janaˇceks Musik nicht wirklich heraus. Herr Brouˇcek trinkt vor allem gern mal einen über den Durst, und dann sieht er nicht nur eine, sondern zwei...

Stil statt Stimme

Die Geschichte des Operngesangs im Frankreich des 20. Jahrhunderts ist ein trauriges Kapitel: Galt um 1900 Paris mit seiner prunkvollen Opéra noch als Opernhauptstadt der Welt, war ein halbes Jahrhundert später von der alten Herrlichkeit so gut wie nichts mehr übrig. Die französischsprachigen Grand Opéras von Gounod, Thomas und Meyerbeer waren überall in der Welt...

Zauber der Diskretion

Zu ihrem 80. Geburtstag im vergangenen Jahr blieb es ziemlich still. Auch ihre exklusive Schallplattenfirma, bei der sie zwei Dutzend komplette Opern und zahlreiche Lied-Recitals eingespielt hat, sah keinen Anlass für eine Jubiläums-Edition. Dankenswerterweise hat das ­Label Testament in den letzten Jahren ­einige ihrer wichtigsten Aufnahmen auf CD neu...