Schüsse, Bisse
Hereinspaziert, hereinspaziert! Es ist schwer was los im Trierer Dreispartenhaus. Karl M. Sibelius, der neue Intendant, macht mächtig Dampf. Allein das Musiktheater stemmte zwischen Saisonauftakt und Jahresende fünf Premieren. Zuletzt war der Schauspieler, Regisseur und Kulturmanager, der nun in der Römerstadt alles anders machen will als sein Vorgänger Gerhard Weber, Intendant am kleinen Theater an der Rott im niederbayerischen Eggenfelden. Sibelius gilt als Wirbelwind, als Mann des Wandels, der Chancen sieht, wo andere die Waffen strecken. Deshalb haben ihn die Trierer Politiker berufen.
Man wollte einen Neustart. Das Haus soll sich neu erfinden, auch aus der Not. In eine Anstalt des öffentlichen Rechts soll es verwandelt werden, eine Modernisierung des sanierungsbedürftigen Gebäudes (Baujahr 1964) scheint in greifbare Nähe gerückt. Erstaunliche Pläne, wenn man bedenkt, dass noch vor Kurzem der Fortbestand des Theaters in Frage stand, ein Fall für die Rote Liste des Deutschen Kulturrats.
Sibelius ging das neue Amt forsch an, streitlustig, aber auch wetterwendisch. Ein Neubau? Erst wollte er, dann lieber doch nicht. Ein neuer Generalmusikdirektor? Erst pochte er auf eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Claus Ambrosius
Toshio Hosokawa, Miroslav Srnka
Hamburg bringt die Oper «Stilles Meer» heraus, in der sich der japanische Komponist mit der Katastrophe von Fukushima auseinandersetzt. München lädt zu einer historischen Reise an den «South Pole», musikalisch grundiert von einem jungen Tschechen. Zwei Uraufführungen
Oksana Lyniv
Sie war schon Vize-Chefdirigentin in Odessa und nahm...
Wer einen der populärsten Zeitromane der Weltliteratur vertont, hat einen Riesenvorteil: Jeder kennt den Stoff. Gerade bei zeitgenössischer Musik senkt das manche Schwelle. Mit dem Vorteil kommt aber auch ein Riesenproblem. Es bringt nämlich auch jeder eine ganz persönliche Vorstellung davon mit, welche Gestalt das Ganze annehmen sollte – und ist dann enttäuscht...
Im Barocktheater war alles ganz einfach: Man spielte in festen Bühnenbildern, mehrfach gestaffelten Prospekten aus Holz. Veränderte Schauplätze wurden durch Umgruppierungen dieser Elemente erzielt, zudem garantierte der «arco scenico», also die gebogene Struktur über dem Bühnenportal, als «natürlicher» Reflektor gute akustische Verhältnisse für das, was auf den...
