Starke Teams oder: Was bleibt von 2012/13?
Eine aufregende und in sich vielfältige Spielzeit war das. Was sie von anderen unterscheidet ist, dass sich die Kritikervoten unserer Umfrage bei einigen zentralen Aufführungen verdichten. Es sind Aufführungen, die über sich hinausweisen und in verschiedenen Rubriken genannt werden. Mit anderen Worten: Wo in der Oper und für die Oper Kräfte gebündelt werden, entsteht Besonderes. Das klingt banal, ist im Opernalltag aber eher selten. In der Regel stehen doch herausragende Sängerinnen und Sänger in eher belanglosen Inszenierungen herum.
Oder herausragenden szenischen Deutungen fehlt die musikalische Beglaubigung. Oft schwankt die Qualität auch innerhalb der Besetzung. Oder es klaffen Niveauunterschiede zwischen Regie und Ausstattung. Uraufführungen, die als Stücke spannend sind, müssen nicht gut besetzt sein. Und umgekehrt. Dasselbe gilt für Wiederentdeckungen. In der Saison 2012/2013, wie sie sich in dieser Umfrage abbildet, sind solche Fälle relativ selten gewesen. Stärker rückt die gemeinsame Anstrengung in den Vordergrund. Dazu gehört kluge, langfristige Planung ebenso wie eine Aufführungsästhetik, die nicht diktiert wird, sondern sich aus verschiedenen Quellen speist. Dass es ...
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Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 96
von
Herr Bostridge, Sie haben sich intensiv mit den Werken beschäftigt, die Benjamin Britten für den Tenor Peter Pears geschrieben hat. Was erzählen sie über Brittens Beziehung zu Pears?
Sie erzählen mehr als genug über Leidenschaft, Schuld und Unbehagen. Man hört, finde ich, dass Britten sich anfangs mit seiner Sexualität nicht ganz wohlfühlte. Er hätte die...
Alle Welt reißt sich um Richard Wagner und Giuseppe Verdi, während der dritte Jubilar, Benjamin Britten, nach wie vor um Anerkennung kämpft, vor allem außerhalb Großbritanniens. Lange galt er den Konservativen als zu radikal, den Radikalen als zu
konservativ, und noch immer hält ihn mancher Kritiker für zweitrangig. Doch Britten ging einfach seinen eigenen Weg. Er...
Im Zeitalter der Medien geht es im Allgemeinen nicht mehr um die Darstellung des jeweiligen Werkes, sondern um die Selbstdarstellung der Dirigenten und Regisseure. Da von der Mehrzahl der Medien bei der Vielzahl der Ereignisse nur noch die Extreme beachtet werden – es muss extrem jung oder alt, extrem schnell oder langsam, extrem leise oder laut, extrem schön oder...
