Zurück zu den Wurzeln

Catania: Strauss: Elektra

Opernwelt - Logo

Die erste Spur des viel behandelten Elektra-Stoffes findet sich in einem «Orestie»-
Poem des Stesichoros aus dem sizilianischen Himera. Der Dichter starb etwa 555 vor Christus in Katane, dem heutigen Catania. Ein Platz und eine Marmorbüste erinnern heutige Besucher daran, dass die Tragödie des Sophokles und das von Hofmannsthal für Strauss geschriebene Libretto sich, so gesehen, auch mit der Geschichte Siziliens berühren. Die arabischen, christlichen und andere Schichten dieses Genius Loci gingen einem noch durch den Kopf, als der Dirigent Will Humburg den Taktstock hob.

Humburg setzte die Impulse mit superber, souveräner Strauss-Kompetenz. Alle Farben, alle Instrumentalgruppen (Harfen, Streicher, Schlagwerk) waren brillant aufeinander abgestimmt, die klanglichen Finessen der Partitur kamen in seltener Prägnanz zur Geltung. Das gilt zumal für die Begleitung der Stimmen. Aber auch für die aufrauschenden, die Grenzen der Tonalität streifenden Orchester-Tutti, die wie gewaltige Granitblöcke wirkten.

Davon profitierten zumal Janice Baird, die Elektra, und Elena Nebera, die Chrysothemis der Aufführung: Sie erhielten den Löwenanteil des rund 20 Minuten langen Schlussjubels. Ebenso ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2010
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Carlo Vitali

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mama wird’s schon richten

So machen’s eben doch nicht alle! Noch bevor Lorenzo da Ponte in «Così fan tutte» die weibliche Treue grundsätzlich infrage stellte, entwarf er in «Una cosa rara» ein Gegenbild: Es sei zwar sehr selten, aber es komme doch vor, dass «bellezza ed onestà» zur Synthese finden. Das gute Beispiel gibt die Bäuerin Lilla, die allen Anfechtungen zum Trotz ihrem...

Apropos ... Frühling

Herr Kollo, mit 72 Jahren trauen Sie sich noch an ein Rollendebüt in einer zeitgenössischen Oper heran. Respekt!
Ich mag die Musik von Peter Eötvös. Ich bin sicher kein Experte für zeitgenössische Musik und würde nicht unbedingt in einer Stockhausen-Oper singen wollen. Aber die Figuren in «Love and other Demons» haben etwas Berührendes, ein Geheimnis, das sie...

Seelenräume

Kameras, Mikrofone, roter Teppich, Blitzlichtgewitter: Die Premiere von «La traviata» in Warschau erregt große Aufmerksamkeit bei den lokalen Medien und bei der Politik- und Kulturprominenz der Hauptstadt. Kein Wunder: Zwar kann die Opera Narodowa in dieser Spielzeit stolze dreizehn Premieren vorweisen, darunter ein Ballett über Kurt Weill und die polnische...