Frühlingserwachen in Südwest

Mutige Produktionen, junges Ensemble, GMD-Glück, steigende Zuschauerzahlen: Freiburgs Musiktheater im Aufwind

Opernwelt - Logo

Interim. Das heißt «unterdessen – inzwischen» und bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch ein Provisorium. Das Theater Freiburg lebt damit nun schon im zweiten Jahr, nachdem General­musikdirektorin Karen Kamensek sich im Umfeld des Intendantinnenwechsels (Amélie Niermeyer/Barbara Mundel) vorzeitig aus dem Amt zurückgezogen hatte und die Nachfolgesuche sich problematischer gestaltete als vermutet. Ab der kommenden Spielzeit wird das ein Ende haben, wenn Fabrice Bollon an die Spitze des Philharmonischen Orches­ters tritt.

Doch wüsste man nicht um die vielen Zwischenlösungen bis dahin, man würde sie gar nicht als solche wahrnehmen.
Als «kurios» beschreibt deshalb auch Operndirektorin Dominica Volkert die ­Situation am Haus. Auf Kamensek folgte Patrik Ringborg, der trotz einer beacht­lichen Spielzeit dem Ruf als GMD ans Kasseler Staatstheater nicht widerstehen konnte, auf Ringborg Gerhard Markson, Chef des RTÉ National Symphony Orches­tra in Dublin. Die Opern­direktorin steht mit ihrer Meinung nicht allein da, wenn sie Mark­son als «Glücksfall» für ihr Haus bezeichnet. In Zahlen liest sich das so: Die Auslastung in dieser Saison liegt bei etwa 90 Prozent – die große Nachfrage nach ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2008
Rubrik: Magazin, Seite 32
von Alexander Dick

Vergriffen
Weitere Beiträge
Überfällige Mission

Am Anfang», sagt James Conlon und nuckelt an seiner zuckerfreien Starbucks-Spezialorder, «war es eine Faszination, die allmählich und ganz organisch zu einer Leidenschaft gewachsen ist.» Dabei zeigt der 57-Jährige noch immer alle Anzeichen heftigs­ter Verliebtheit: Sobald er über Alexander Zemlin­sky sprechen kann, über Ernst Krenek, Erich Wolfgang Korngold, Walter...

Vergessene Wendestücke

Die Bühne erlebte die Revolution schon vier Jahrzehnte vor der Zeit. Vom Sturm auf die Bastille, die das Ancien Régime der franzö­sischen Aristokratie aus den Angeln heben sollte, träumten Mitte des 18. Jahrhunderts nicht einmal jene Aufklärer, die das Ohr am Mundwerk des Volkes hatten und alle Pomade aus Sprache und Künsten zu pusten trachteten. Zweifellos war die...

Hochzeit im Wahn

Längst nicht alle Quereinsteiger bringen der Oper die erhoffte Blutzufuhr. Von Philipp Stölzl ist sie indes mehr und mehr zu erwarten. Seine dritte Inszenierung – nach dem Meininger «Freischütz» und dem arg frühzeitigen Salzburger «Benvenuto Cellini» – nährt die Neugier aufs Kommende. Bildertheater – einstweilen sein Markenzeichen – ist auch dieser Gounod’sche...