Vivaldi und kein Ende

Die Gesamtedition präsentiert den Erstling «Ottone in villa», die EMI versammelt ein All-Star-Aufgebot für die Rekonstruktion des «Ercole sul Termodonte», und Topi Lehtipuu widmet sich den Tenorarien

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Bei seinem Debüt als Opernkomponist ging Antonio Vivaldi umsichtig vor. Obwohl er bereits Erfahrung als Arienzulieferer für andere Komponisten besaß, wich der 35-Jährige nicht nur von Venedig ins nahe Vicenza aus, sondern suchte sich auch ein Stück von kammerspielhafter Dimension aus: Mit fünf Rollen, ohne Chor ist «Ottone in Villa» die kleinste aller Vivaldi-Opern.

Dennoch ist der «Ottone» weit mehr als ein Versuch: Vivaldis Erfahrung als Instrumentalkomponist schimmert im brillanten Orchestersatz allenthalben durch, und dass die Gesangspartien noch nicht die kühnen Intervallsprünge aufweisen, die bald zu einem Hauptmerkmal von Vivaldis Vokalstil werden sollten, liegt wohl eher daran, dass das kleine Vicenza nicht die allererste Sängergarde aufbieten konnte. Vor allem aber ist der «Ottone» ein Stück, das schon die typische sarkastische Ironie aufweist, die später Stücke wie «La verità in cimento» und «Il Giustino» prägen sollte. Kein Wunder, dass die Geschichte vom Kaiser Ottone, der sich lieber vergnügt, als seinen Amtsgeschäften nachzugehen, und seiner durchtriebenen Mätresse Cleonilla inzwischen zu den erfolgreichsten Vivaldi-Opern der Neuzeit gehört: Das Werk wurde nicht nur ...

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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 16
von Jörg Königsdor

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