«Ich bin ein dramatisch denkender Musiker»
«Orest» in Berlin, das Benefizkonzert des Bundespräsidenten in Baden-Baden, «Don Giovanni» in Feldkirch, «Il re pastore» bei den Salzburger Festspielen und, und, und: Ist 2006 auch ein «Hengelbrock-Jahr»?
(lacht) Jedes meiner Lebensjahre war bisher ein Hengelbrock-Jahr. Vielleicht ist es einfach durch die Prominenz der Spielstätten ein bisschen mehr ins Bewusstsein gerückt – in Paris geht es ja weiter mit Luc Bondy und «Idomeneo». Aber ich glaube nicht, dass sich prinzipiell etwas an meiner Arbeit verändert hat.
Dass Mozart dabei immer mehr zum Schwerpunkt wurde, ist sicher kein Zufall.
Das ist beabsichtigt. Auch mein Festival, bei dem ich immer die Themenvorgabe mache, heißt in diesem Jahr etwas provozierend «Amadeus!». Für mich selbst ist dieses Mozart-Jahr eine ungeheure Bereicherung: Ich habe mich schon immer mit Mozart beschäftigt, aber nie in dieser Intensität und Konzentration.
Sehen Sie neben der Bereicherung auch Risiken, die sich mit einem Jubiläumsjahr verbinden? Stichwort: Vermarktung...
Mozart wird dagegen total resistent sein. Die Rezeptionshaltung hat sich ja gewandelt. War es in den siebziger und achtziger Jahren eher noch der «Mozartkugel»-Mozart, hat es seit einigen ...
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