«Glück spielt eine große Rolle»
Etwas war anders als sonst. Und das lag nicht nur daran, dass in Robert Carsens bildmächtiger Amsterdamer Inszenierung die sonst übliche Reihenfolge der beiden Stücke geändert worden war: Leoncavallos «I Pagliacci» bildete hier den tragischen Unterbau für Mascagnis «Cavalleria rusticana». Nein, es war auch die Art und Weise, wie die Klänge in den Saal geworfen wurden in diesem Dramma in due atti.
Das Unwirsche, Rigorose des vivace, deciso zu Beginn der Oper erschien aufgeweicht, Initial und Gegenbild waren miteinander verwoben zu einem poetischen Klangbild, gleichsam als Antizipation des lyrisch gestimmten zweiten Themas in der parallelen Molltonart. Sanfter, ja beinahe schubertischer mutete der Prolog an, so, als wollten Dirigent und Orchester das Publikum behutsam hineinführen in die doppelbödige und deswegen umso fatalere Welt der Komödianten, und als sei ihr Ziel, die ganze Vulnerabilität der darin agierenden Personen schon vor deren erstem Auftreten zu vermitteln, zugleich aber auch die Möglichkeit der Liebe zu evozieren: Selten hatten die Violinen am Ende des siebten Taktes so sehnsüchtig gesungen in diesem largo sostenuto.
Zu danken war dies dem designierten Neuen. Noch ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Porträt, Seite 36
von Jürgen Otten
Wie das? Trägt Greta nun keinen dunkelblonden Pferdeschwanz mehr, dafür einen schwarzen Bubikopf? Nicht doch, es ist ja nicht Greta, die auf der Bühne des Luzerner Theaters erscheint, sondern Heather Engebretson, immerhin schon 29 Jahre alt und gerade mal 1,52 Meter groß. Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss als eine Kind-Frau – so zeigt sie...
Wenn das Ensemble Modern sich Kurt Weill zuwendet, ist der komponierende Dirigent und Chansonnier HK Gruber nicht weit. Unvergessen bleibt seine rotzig-schrille Einspielung der «Dreigroschenoper», mit einer rockröhrenden Nina Hagen als Mrs. Peachum, einem schmierig säuselnden Max Raabe als Macheath und Gruber himself in der Rolle des Peachum. Zwei Jahrzehnte sind...
Die erste Szene erinnert an Johann Heinrich Füsslis Gemälde «Der Nachtmahr», ein Sinnbild schwarzer Romantik. Allerdings hockt kein Dämon auf der Brust der Schlafenden, stattdessen wacht ein Mann neben dem Bett. Es ist der Bruder, der Lucia in Marcos Darbyshires Inszenierung beaufsichtigt. In den Händen hält er ein weißes Kissen, und er hält es so, als könnte er...
