Das Ei des Paul Andreu
Der «Platz des Himmlischen Friedens» in Peking, einer der größten Plätze der Welt, ist für seine kommunistischen Monumentalbauten bekannt. Er rahmt den Blick auf die Verbotene Stadt, von der aus das chinesische Riesenreich über mehrere Dynastien hinweg regiert wurde. Seit 2007 das neue Nationaltheater eingeweiht wurde, bietet der «Tian-An-Men»-Platz erstmals auch Raum für musikalische Hochkultur. Nur die stalinistische «Große Halle des Volkes» trennt den Neubau vom großen Platz.
Die Oper liegt zurückgesetzt von der überbreiten Chang-An Avenue, die Peking in Ost-West-Richtung durchschneidet. Mehr als 300 Millionen Euro hat sich der chinesische Staat diesen neuesten Renommierbau kosten lassen. Wie ein riesiges, glänzendes Straußen-Ei wirkt das neue «National Centre for the Performing Arts» mitten in einem flachen Wasserbecken, das seine Form eitel spiegelt und zum Oval ergänzt.
Entworfen hat das mit Titan verkleidete Opernhaus der französische Architekt Paul Andreu. Er hat futuristische Flughäfen im Nahen Osten und China entworfen, außerdem das berühmt-berüchtigte «Terminal 2 E» am Pariser Flughafen Charles de Gaulle, das 2004, noch vor seiner Eröffnung, eingestürzt war. Nur die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Seit ihrer Entdeckung vor gut einem Jahrzehnt hat Zemlinskys Oper «Der König Kandaules» in der Rekonstruktion von Anthony Beaumont eine bemerkenswerte Karriere an überwiegend großen Häusern gemacht. Das experimentierfreudige Pfalztheater in Kaiserslautern demonstriert nun, dass auch ein kleines Haus sein Repertoire mit dem späten Meisterwerk des Wiener Komponisten...
Dass Musik das Herz ergreift, den Atem raubt, zu Tränen rührt – solchen Formulierungen haftet schnell der Ruch des Klischees, des Kitsches, des Sentimentalen an. Und die Vorbehalte gegen eine Rhetorik der Gefühlsemphase haben gute Gründe. Zum einen, weil diese Emphase von der Werbung vereinnahmt und dort zur Absatzförderung eingesetzt wird. Zum anderen, weil...
Vielleicht ist die freche Münchner Neuinszenierung von Pfitzners «Palestrina» tatsächlich das Beste, was man dem Stück heute angedeihen lassen kann: die pop-ästhetische Aushebelung frommer Demutshaltung und historischer Einfühlung mit Hilfe von Geometrie und Ironie. Das Ganze lebt von konstruktivistischen Bühnenschnitten und absurdem Popanz in knalligem Pink und...
