Schmerzlich

Leipzig: Gluck: Alkestis

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Diese Hölle stinkt nicht nach Schwefel. Höchstens nach Kabelbrand, ein bisschen auch nach abgestandenem Dramaturgenschweiß. Und sie beherbergt keine quälgeistigen Teufelchen, sondern Männer in T-Shirts, die mit Tafeln «Applaus!» befehlen, auf dass die Studiogäste von «Hercool TV», besonders der fitnessgestählte Namensgeber, gebührend bejubelt werden. Bei Euripides hieß so etwas Satyrspiel. Bei Peter Konwitschny ist es eine Fernseh-Show. Vorhersehbar dieser theatrale Knalleffekt, mit dem sich einer der wichtigsten Ideenspender der Opernregie wieder auf seiner Spielwiese tummelt.

Doch was im bitterbösen Autodafé von Verdis «Don Carlos» oder im Unterbrechen von Wagners «Meistersingern» verstörte und erhellte, verpufft bei Glucks «Alkestis»: Diese grell gemeinte Medienkritik bringt niemanden mehr auf 180.

Es ist die erste echte große Neuproduktion seit Konwitschnys Amtsantritt als Chefregisseur der Oper Leipzig, bislang hatte er dort meist frühere Erfolge aufgewärmt. Und es ist der Auftakt zu einem ehrgeizigen Großprojekt: 2013, wenn sich alle Welt zum Wagner-Jahr in den «Nibelungen»-Overkill stürzt und sich gegenseitig Wotane und Siegfriede abspenstig macht, hält Leipzig dagegen. Mit ...

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Opernwelt Juni 2010
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Markus Thiel

Vergriffen
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