Sächsisches Urgestein
Ein eitler Pultstar war er nie. Aber ein Könner ersten Ranges, der das Eisen mit expressiver Intensität schmiedete und neben dem beinahe kompletten klassischen und slawischen Repertoire Ur- und Erstaufführungen von Dessau, Berg, Schönberg, Udo Zimmermann und vielen anderen Zeitgenossen dirigierte, die der Dresdner Staatsoper in schwieriger Zeit bedeutungsvolle Erfolge bescherten. Man darf Siegfried Kurz mit Fug und Recht als einen der vitalsten und vielseitigsten Kapellmeister des renommierten Opernhauses an der Elbe bezeichnen.
Ja, der Dirigent und Komponist, der noch heute an den Radebeuler Weinbergen zu Hause ist, hat Spuren im Dresdner Musikleben hinterlassen. Er zählte stets zu den Dirigenten, die sich nicht nur bei spektakulären Premieren auffällig engagierten, sondern durch ihren entschiedenen Einsatz im Opernalltag auffielen. Gerade da gab er mit seinem von absoluter Metierbeherrschung getragenen, so schlackenlos klaren wie scharfkantigen Dirigieren den Aufführungen entscheidende Impulse. Mir ist eine «Ariadne»-Aufführung in Erinnerung, in die ich in den sechziger Jahren unversehens geriet (damals noch im Kleinen Haus der Dresdner Staatstheater). Da trat der noch nicht ...
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Am ersten Novembertag ist es bitter kalt in Kopenhagen. Ein Eisregen bläst schneidende Winterluft durch die Straßen, richtig hell wird es ohnehin nur noch für ein paar Stunden. Auf dem Rathausplatz schrauben Arbeiter die Bühne für die Verleihung der MTV-Awards am nächsten Abend zurecht. Schon jetzt ist die Stadt zum Bersten gefüllt mit blasshäutigen Teenagern,...
Nicht auf das Märchenhafte des Stoffes ließ sich Konstanze Lauterbach ein in ihrer Bremer «Pelléas»-Inszenierung, beschwor auch kein jugendstilhaft-dekoratives Ambiente, sondern führte in teils ungemein aggressiver, dann aber auch wieder berührend poesievoller Symbolik dem Zuschauer menschliche Extremsituationen vor Augen. Es handele sich – so hat es Pierre Boulez...
«Ein großer Schauspieler gewinnt gerade dank der Schminke, der Perücke oder der künstlichen Nase sein eigenes Gesicht», meinte Stanislaw Jerzy Lec. Das ist das eine. Das andere ist das private Gefühl, das einen Interpreten plötzlich überrascht. Vesselina Kasarova passierte dies zum Beispiel bei einer Vorstellung von Bellinis «I Capuleti e i Montecchi» in Paris,...
