Klotzen statt kleckern

Die bedrohte Opernsparte dreht auf: «Maskenball» am Volkstheater Rostock

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Er ist wieder da. Das erste Mal nach dem Rausschmiss. Dunkelblauer Anzug, offenes Hemd, ein Rotweinglas in der Hand. Wechselt hier ein paar Worte, lächelt dort hinüber, genießt die Blicke, die sich in den Foyers des Volkstheaters auf ihn richten. Blicke der Bewunderung, der Erwartung, der Hoffnung. Kann Sewan Latchinian die von Rostocks Bürgerschaft auf Druck der Landesregierung beschlossenen Spartenschließungen doch noch verhindern? Gegen den Oberbürgermeister jedenfalls, der den aufmüpfigen Intendanten eigentlich loswerden wollte, hat er sich fürs Erste durchgesetzt.

Die Proteste gegen den Theaterkahlschlag im Nordosten, von Prominenten aus der ganzen Republik unterstützt (etwa mit einer Wagner-Gala), haben offenbar Wirkung gezeigt.

Man wird sich also zusammenraufen müssen. Und klotzen statt kleckern. Der Neubau, seit Jahrzehnten überfällig, muss endlich her. In sieben Jahren könnte er stehen – wenn fortan alle an einem Strang ziehen. Ja, wenn. Aber jetzt, wir schreiben den 16. Mai, streift Sewan Latchinian erst einmal ganz entspannt durch sein marodes altes Haus, eine halbe Stunde vor der «Maskenball»-Premiere. Die meisten Besucher haben sich in Schale geworfen, sichtbar ...

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Opernwelt Juli 2015
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Albrecht Thiemann

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