Deutscher Belcanto im Wien des Fin de Siècle

Opernwelt - Logo

In den zehn Jahren seiner Tätigkeit als Direktor der Wiener Hofoper (1897-1907) hat Gustav Mahler dreiundsechzig Opern in etwa sechshundertfünfzig Vorstellungen dirigiert, daneben auch die Funktionen des Regisseurs und Geschäftsführers innegehabt und – gegen den Wiener Intrigantenstadl und eine anwachsende antisemitische Stimmung in Stadt und Land – die Szene und das Repertoire von Grund auf reformiert.

Nicht nur seine engsten Mitarbeiter Bruno Walter und Alfred Roller schwärmten im Nachhinein vom Festspiel-Niveau vieler Repertoire-Vorstellungen, auch das Publikum und ein Großteil der Kritiker schloss sich dieser Beurteilung an. Und wenn auch nicht alle Neuerungen des Maestro Anklang fanden, an der Qualität der von ihm engagierten Sänger gab es nichts zu meckern.
Das bestätigt eine Auswahl von Einzelaufnahmen des englischen Labels Symposium, die sich nicht nur auf die Stars konzentriert, deren Namen aufgrund einer gro­ßen akus­tischen Hinterlassenschaft noch heute einen guten Klang haben wie Erik Schmedes, Leo Slezak, Lilli Lehmann, Selma Kurz, Leopold Demuth, Wilhelm Hesch und Richard Mayr, sondern auch weniger bekannten und nicht weniger schätzenswerten Künstlern ein Dacapo ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2005
Rubrik: CDs, Seite 59
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Im Raubtierkäfig der Gesellschaft

Die eigentliche Überraschung des Werkes ist sein Lib­retto: ein seit mehr als vierzig Jahren unaufgeführt gebliebenes Stück von Peter Weiss. Dieses «Inferno» war von ihm geplant als Teil einer Trilogie nach Dantes «Divina Commedia», deren Abschluss die bereits 1965 uraufgeführte «Ermittlung» bilden sollte, ein seinerzeit viel gespieltes Paradigma-Stück des...

Auf Janácek zugehen

«Seine Utopie» nennt Stéphane Lissner die Kooperationen mit den großen euro­päischen Musikbühnen als Teil von gesamteuropäischen Opernprojekten. Sie bilden eine Spindel auch des Programms der Wiener Festwochen. Seit diesem Jahr ist Lissner Musikdirektor der Wiener Festwochen und wird es, so heißt es zumindest im Moment, da dies geschrieben wird, trotz seiner...

Diener der Musik

Wer Carlo Maria Giulini nie auf einer Probe erlebt hat, kann das per DVD nachholen. Bei Arthaus ist ein Mitschnitt seiner Arbeit an Bruckners ­Neunter mit dem Orchester des SWR erschienen. Man sieht den Maestro in seiner Spätphase. Dreiundachtzig ist er, ganz Grand­seigneur natürlich, groß, schlank, der Musik inbrünstig hingegeben. Was die Probentechnik betrifft,...