«È Strano»
Stephan MÖSCH: Ich darf die Hausherrin zuerst ansprechen. Frau Sobotka, Sie haben kürzlich in einem Interview gesagt, ein Theater sei keine Demokratieanstalt, sondern nur hierarchisch zu führen. Da spricht natürlich eine Frau, die lange mit Ioan Holender zusammengearbeitet hat. Was bedeutet die These konkret für Sängerinnen und Sänger?
Elisabeth SOBOTKA: Sie bedeutet, dass Sänger nicht immer das machen können, was sie wollen. Das beginnt schon in der Ausbildung, gilt dann besonders im Engagement oder bei einem Angebot zum Gastieren.
Sänger sind fremdbestimmt, wenn sie in unsere «Fänge» geraten. Wie eine Karriere verläuft, hängt – neben viel Fleiß und Glück – wesentlich davon ab, welche Stationen und Situationen man durchläuft, welche Möglichkeiten man ergreift. Bei all dem ist man oft fremdbestimmt und manchmal sogar in einem ganz strengen Korsett. Demokratisch geht es dabei kaum zu. Was meine eigene Arbeit betrifft: Ich werde nie mit einem Sänger demokratisch bestimmen können, was seine nächste Rolle ist. Natürlich rede ich mit den Ensemblemitgliedern, das ist ganz klar, will ihnen auch zuhören, will sie fördern, will sie weiterbringen. Aber entscheidend ist dabei, wie ich sie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2014
Rubrik: Thema, Seite 44
von Stephan Mösch
Über den kulturellen Kahlschlag, den die Landesregierung von Sachsen-Anhalt im vergangenen Juni beschlossen hat, ist in den letzten Monaten viel zu lesen gewesen. Dessau trifft es besonders hart: Hier sollen die Sparten Schauspiel und Ballett ganz eingespart werden.
Jetzt haben sich Intendant André Bücker und das Ensemble mit den Mitteln des Theaters gegen den...
Christof Loys ausgefeilt-stimmige Züricher Inszenierung von Bellinis romantischem Melodramma «La straniera» (siehe OW 8/2013), von der man hoffen möchte, dass sie dem zu Unrecht vernachlässigten Stück einen ähnlichen Innovationsschub gibt wie Jossi Wielers und Sergio Morabitos wegweisende Stuttgarter «Norma» 2002, hat – mit gänzlich neuer Besetzung – das Essener...
Arbeiten Sie eigentlich immer noch mit einem Gesangslehrer?
Ich habe zwei! Gerald Martin Moore in New York. Und Kiri Te Kanawa. Sie ist mein Idol seit meiner Kinderzeit. Ich sehe sie leider jetzt nicht mehr so oft, aber ich tue mein Möglichstes.
Ist es schwierig, sie nicht nachzuahmen?
Kiri kann man nicht nachahmen. Wenn sie in meiner Stunde singt, ist das so...
