Schauerstück

Lang: Anatomy Theater Los Angeles / Roy and Edna Disney Theater

Opernwelt - Logo

Diese Uraufführung versprach eine grausige Geschichtsstunde. Die Story: Eine Prostituierte, Sarah Osborne, wird für den Mord an ihrem Ehemann und den zwei Kindern gehängt, die Leiche sodann öffentlich seziert. Tatsächlich floss in Bob McGraths Inszenierung von David Langs «Anatomy Theater» reichlich Kunstblut. Vor allem aber punktete die Los Angeles Opera im «Redcat» Theater (Roy and Edna Disney Theater) mit ­einem starken Stück, in dem es um zeitlose moralphilosophische Fragen geht.

Das Libretto hat der Komponist gemeinsam mit Mark Dion geschrieben, der auch die Bühne gestaltete.

Die unappetitlichen Begebenheiten kommen als himmelschreiendes Drama daher. Eine grelle Schauerwelt, in der naturgemäß der Henker, mit aggressivem Aplomb von Marc Kudisch gesungen, zunächst im Fokus steht. Den leblosen Körper Sarahs stellt er wie ein Krämer aus, befingert ihn mit obszöner Nonchalance. Ein fieser Baron namens Peel sucht in den Eingeweiden die Quelle alles Bösen. Robert Osborne singt diese Partie mit bestechender Verve, erschafft mit seinen hysterischen Ansprachen ein wahres Ungeheuer. Erkenntnisse der Wissenschaft nutzt er als Waffen in einem Rachefeldzug gegen die menschliche Rasse. Den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Simon Williams

Weitere Beiträge
Außen vor

Zu den Gender-Phänomenen im Opernbetrieb gehört der Umstand, dass man Regisseurinnen gern mit Werken betraut, in denen die Psychologie von Frauen eine zentrale Rolle spielt ‒ und sich davon einen «weiblichen Blick» auf die Stücke erhofft. «Lucia di Lammermoor» gehört zu diesen klassischen Opern über eine geschundene Frauenseele, ebenso Puccinis «Suor Angelica» oder...

Aus dem Kerker

Einst träumte Perm davon, ein Zentrum der zeitgenössischen Kunst zu werden. Hoffte gar, irgendwann den Titel «Europäische Kulturhauptstadt» zu erringen. Doch das Projekt scheiterte. Heute wirkt selbst der ehemalige Flussbahnhof, in dem das Museum für Zeitgenössische Kunst untergebracht ist, heruntergekommen.

Aber es gibt immer noch das Diaghilev-Fes­tival. 2012...

Impressum

Impressum

57. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752292

Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55 
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de

Redaktionsschluss dieser Ausgabe 
war der 07.07.2016

Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....