Editorial
Rund um die Berliner Staatsoper war es längst schon ein offenes Geheimnis: Zwischen Intendant Peter Mussbach und dem Geschäftsführenden Direktor Georg Vierthaler läuft nichts mehr. Hier der sprunghafte Kunstvisionär und unorthodoxe Steuermann eines großen Operntankers, dort der kunstferne Finanzkommissar und beinharte Manager. Das war eine Konstellation, die Unter den Linden keine Funken schlug. Stattdessen Dauerclinch, sprachlos. Gipfel des Zerwürfnisses: Ein einmütiger Wirtschaftsplan für die nähere Zukunft konnte gar nicht erst verabschiedet werden.
Der freilich wäre wichtig gewesen, denn es geht um die Verwendung jener zehn zusätzlichen Millionen, die der Bund dem Land Berlin abgetrotzt hatte (als Gegenleistung für die Bereitstellung von 230 Millionen Euro für die Sanierung des maroden Knobelsdorff-Baus).
Trotzdem überraschte die Entscheidung der Berliner Opernstiftung (in der Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit sitzt), gleich beiden Streithähnen den Laufpass zu geben. Auf eine Verlängerung des 2010 auslaufenden Vertrags von Peter Mussbach hatte zwar niemand mehr ernstlich gesetzt – schon weil offenbar selbst Daniel Barenboim von den Querelen (und ...
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Es waren starke Worte, die die Hamburger anno 1728 von der Bühne ihres Opernhauses zu hören bekamen: «Adel ohne Tugend Zier / kommt mir wie ein Storchnest für. / Denn auf hoher Bäume Wipfeln / und der höchsten Häuser Gipffeln / hat der Storch zwar sein Quartier / Übrigens hingegen tauget / gar zu nichts das ganze Tier.» Deutlicher als in dieser Arie des Rates...
Alceste, mon amour. Alceste, mio amore. Alkeste, meine Liebe. In welcher Sprache sie auch besungen wird: Wer an diese Frau denkt, muss unweigerlich ans «Fidelio»-Ende denken. Wer ein holdes Weib errungen, stimme in den Jubel ein. Bei Alkestis, der Königin, wie sie bei Euripides erscheint, ist es allerdings eher eine nach innen gewendete Freude, ein Sich-Verneigen...
«Es war ein wirkliches Erlebnis meines Beobachterjahres, als ich das Diminuendo seines hohen C's in ‹Salut, demeure chaste et pure› hörte. Solange ich lebe, werde ich die Schönheit dieses Tons nicht vergessen.»
(Rudolf Bing, «5000 Abende in der Oper»)
Als Rudolf Bing auf die Erfahrungen seines langjährigen Opernmanagerlebens zurückblickte, beschrieb er den Sizilianer...
