Geniale Mischung
Eine Donizetti-Uraufführung! Bei gut 70 Opern – kommt es da auf eine mehr oder weniger an? Ja, denn «L’Ange de Nisida» erweist sich als ein Geniestreich. Aber ist diese Partitur nicht in «La favorite» aufgegangen, die Ende 1840 an der großen Oper in Paris herauskam? So glaubte man zu wissen. Gewiss, die Grundzüge der Handlung sind identisch. Doch nur knapp die Hälfte der für das Théâtre de la Renaissance konzipierten Partitur ging in «La favorite» ein.
Die andere Hälfte bietet unbekannte Musik – die zum Teil wiederum aus einem anderen Kontext stammt, aus der unvollendeten, italienischsprachigen «Adelaide».
Wichtiger als die komplizierte Philologie ist freilich die eigentümliche Tonlage dieses «Ange de Nisida»: pikanter und spritziger als später in «La favorite» – und in der einzigen Frauenrolle überdies brillanter. Denn am Staatstheater musste es feierlich zugehen (und die Titelpartie der tieferen Stimmlage der Geliebten des Operndirektors angepasst werden). So wurde das Skandalöse des Sujets abgeschwächt: Zwar hat auch in «La favorite» ein König eine Geliebte. Nun aber im fernen Mittelalter, in Santiago de Compostela, und nicht im Königreich Neapel. In «L’Ange de Nisida», dessen ...
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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: CD des Monats, Seite 27
von Anselm Gerhard
Vor 30 Jahren gewann der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky vor seinem walisischen Fachkollegen Bryn Terfel den BBC-Wettbewerb «Cardiff Singer of the World» und startete damit in seine große internationale Karriere. Noch im selben Jahr gab er in einer Rundfunkproduktion von Tschaikowskys «Pique Dame» in der Partie des Jeletzki sein Debut in Moskau.
Die auch...
alpha
23.06. – 20.15 Uhr
Offenbach: «Les contes d’Hoffmann»
Bayerische Staatsoper (2014)
ML: Carydis, I: Jones, S: Damrau, Villazón, Conners, Relyea, Brower, von der Damerau, Reß, Power, Stephinger
arte
02.06. – 17.40 Uhr
Werke von Monteverdi, Malvezzi, Gagliano, Caccini
Aus dem Spiegelsaal von Schloss Versailles
ML: Pichon, S: Desandre, Zaïcik, Richardot, Gonzalez...
Ende des Monats ist es wieder so weit: Fedora, getragen vom European Circle of Philanthropists of Opera and Ballet, ruft zur Preisverleihung nach Venedig. Eine Opern- und eine Ballettproduktion werden ausgezeichnet und erkleckliche Beträge einstreichen. Der Name Fedora taucht zwar immer mal auf, aber wer und was verbirgt sich eigentlich dahinter? Das Netzwerk...
