Lustvoll dekonstruiert
«Se prohibe fumar» stand im Juni 2005 rot und streng auf grauer Wand bei Andrea Breth draußen in der Helmut-List-Halle, anlässlich von Nikolaus Harnoncourts Styriarte. Und der Abend verlief auch so. Rauchen verboten, Liebe dito, Fantasie, Freiheit, alles. Bloß die Utopie blieb den Figuren damals im Bunkerraum, der den Geruch nach abgestandenem Schweiß zum Bild werden ließ. Nun, im Oktober 2006 im Grazer Opernhaus bei Stefan Herheims theatralisch so ganz anders verlaufender Produktion, ist das Rauchen erlaubt. Dafür liest man «Ne touche pas». Und «Silence».
Denn auch bei ihm geht es um Begrenzung – wie es die von Bilderrahmen dominierte Bühne der Heike Scheele suggeriert. «Wer der Kunst den Rahmen weist, raubt ihr zugleich den freien Geist», sagt ein Gast auf dem Ball der Künstler und Kunstfiguren (von Brueghels Gestalten bis zum Warhol-Klon), den Herheim im zweiten Akt der «Carmen» interpoliert. Als man einen abgeschlagenen Kopf erblickt, fällt einem natürlich Hans Neuenfels ein. Doch dieser hier findet sich in Salomes Händen und gehörte einmal Jochanaan. Kein Anlass zur Aufregung also.
An Neuenfels denkt man im Übrigen auch beim an die Frankfurter «Aida» erinnernden Regiekonzept. ...
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Prinzipiell lässt sich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, Bühnenproduktionen, die vor allem wegen ihrer szenischen Aspekte große Beachtung gefunden haben, als pure Tonkonserven zu veröffentlichen. Der Stuttgarter «Ring» von 2002/03 liegt mittlerweile bei Euroarts auf DVD vor und hat in der Filmversion ebenso viel Zustimmung gefunden wie seinerzeit die...
Esultate! L’orgoglio musulmano sepolto è in mar, nostro del ciel è gloria! Das hätte man gegenwärtig auch benediktisch zugespitzt, sozusagen auf des Krummsäbels Schneide, inszenieren können. Doch Christine Mielitz lässt den «muselmanischen Stolz» szenisch unkommentiert, nutzt vielmehr Unwetter und Sturm pantomimisch zur (nur bei Shakespeare geschilderten)...
Tan Dun, am 21. Dezember kommt an der Metropolitan Opera in New York Ihre neue Oper, «The First Emperor», heraus. Sie haben dieses Werk im Auftrag der Met geschrieben. Wie kam es zu diesem Auftrag?
Ich glaube, dass ich die Entscheidung der Met, bei mir eine Oper zu bestellen, nicht zuletzt «Opernwelt» zu verdanken habe. «Marco Polo», meine erste Arbeit für die...
