«Ich bin keine Bella»

Die aus St. Petersburg stammende Sopranistin Olga Peretyatko ist noch jung, aber sie weiß schon jetzt sehr genau, was ihr guttut und was nicht. Hinter der Hochglanzfassade jener PR-Fotos, die ihre Plattenfirma verbreitet, verbirgt sich eine selbstbewuss­te, selbstkritische und geerdete Künstlerin, die freimütig über ihre Vorbilder, über Vorurteile und Fachklischees, Stierkampf und Steaks spricht.

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Frau Peretyatko, Ihr Debüt-Album bei Sony hat in Deutschland gute Kritiken erhalten. Nur: Kaum einer hat Sie je live gehört.
Stimmt leider. Soll besser werden. Im Dezember werde ich in Karlsruhe im «Rigoletto» singen, in Mannheim den «Liebestrank» und «Lucia di Lammermoor» in Berlin. In München ist ein Konzert im Herkulessaal geplant. Dann wieder Berlin und Hamburg, wo ich im Opernstudio war. Ich war dort mehrfach das Cover für Aleksandra Kurzak...

...

die von Ihnen, was den Zeitpunkt Ihres CD-Debüts anbetrifft, jetzt überholt wurde?
In gewisser Weise schon, obwohl ich auch früher schon kleinere CD-Auftritte hatte, zum Beispiel in «Semiramide» von Meyerbeer. Ich bin zu Sony gekommen, nachdem mich der Musikjournalist Karl Dietrich Gräwe bei einem Wettbewerb gehört hatte. Sony rief wohl bei ihm an und sagte: «Wir brauchen einen neuen Namen, und zwar schnell.» 2008 gab es ein langes und sehr nettes Gespräch, allerdings nichts Konkretes. Man hat mich dann als Blondchen und als Gilda und bei einem internen Konzert in Berlin live gehört. So kam es.

Sie werden häufig mit der jungen Edita Gruberova verglichen. Freude oder Belastung?
Nein, das ist lediglich eine große Ehre. Gruberova gehört zu ...

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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Interview, Seite 36
von Kai Luehrs-Kaiser

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