Es ist genug
Ein double bill, wie der Engländer die Vorstellung von zwei Werken zu einem Preis nennt, ist der jüngste Abend der Kölner Oper vor allem durch die Potenzierung dessen, was sich schon in den Titeln der Werke ankündigt: Gefangenschaft, Schuld, Unrecht, kirchlicher Machtmissbrauch. Wobei die durchgehende Figur des Großinquisitors alle Momente in sich vereint.
Warum wird so wenig Luigi Dallapiccola gespielt? Nach der Wiederbegegnung mit seinem «Prigioniero» muss man sich das fragen. Der entfaltet nämlich in Köln trotz minimaler szenischer Mittel große Wirkung.
Dallapiccola, der 1949 nicht nur die Kirche, sondern alle Unrechtsregimes anprangern wollte, hat sich auf eine Erzählung von Villiers de L’Isle-Adam gestützt, in der Dostojewskis Erzählung vom Großinquisitor als mächtigstem Anhänger und Gegner Gottes aufgegriffen wird. Der Regisseur Markus Bothe hat zusammen mit seinem Bühnenbildner Robert Schweer den Theaterraum mit einer Mauer abgeriegelt, auf der Buchstaben aufgeputzt sind ‒ als Hinweis darauf, dass hier wohl der Buchstabe der Kirchenlehre grausam erfüllt, der Geist aber mit Füßen getreten wird.
Die Perfidie des Stücks liegt darin, dass der Kerkermeister (es ist der verkleidete ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Michael Struck-Schloen
Am Ende wurde gespart. Leider. Denn ein Buch wie dieses verdient ein Register. Man möchte gern nochmals nachschlagen, will vergleichen. Doch das funktioniert nur, wenn man beim Lesen selbst einen Zettel mit Stichworten füllt. Dabei ist dieses Buch so reich an Thesen und Beobachtungen, an streitbaren und unzweideutigen. Einige Beispiele: «Es wird viel zu häufig von...
Impressum
56. Jahrgang, Nr 5
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752278
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 13.04.2015
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Es muss ja gar nicht so schlimm kommen, das meint zumindest der Architekt. Aber jetzt ist die Zahl nun mal in der Welt. 235 Millionen Euro für die Theatersanierung, die Nachricht hat Augsburg in einen Schockzustand versetzt. Dabei gibt es noch so viel anderes, das den Haushalt belastet: die Renovierung der Schulen, die Dauerbaustelle Bahnhof; manches wurde...
