Misstöne in Arkadien
So schlimm, wie das Gemälde auf dem Cover nahe legt, kommt es in Domenico Cimarosas im Revolutionsjahr 1789 für den Petersburger Hof komponierter «Cleopatra» nicht. Die Königin hat hier noch keine Veranlassung, sich die Natter an die Brust zu legen, denn vorläufig geht ja alles nach ihren Wünschen.
Ferdinando Morettis Libretto hat mit Shakespeares Tragödie nicht viel im Sinn – da wird zwei Akte lang geseufzt, gestritten und geturtelt, ohne dass die Handlung dabei vorwärtskommt.
Antonius, der sich gegen die anrückenden Truppen seines Konkurrenten Octavianus wappnen muss, ist in Liebesbanden gefangen und kann vor der Alternative «Braut oder Weltreich» zu keiner eindeutigen Entscheidung gelangen. Cleopatra, von allen als zweite Venus bewundert, sieht die Sache einfacher: Entweder er bleibt bei ihr oder sie bringt sich um. Am Ende schafft die Liebe einen Kompromiss: Sie ziehen gemeinsam in die Schlacht wie in eine Sommerfrische. Als ihr Schiff ausläuft, besingt der Chor den heiteren Himmel und das ruhige Meer, das von Zephiren sacht bewegt wird.
Eine Oper kann man dieses höfische Divertimento nicht nennen, das die irreführende Gattungsbezeichnung «Azione teatrale» trägt. Dass beide ...
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Was macht eine gelangweilte Hausfrau, wenn ihr lustloser Ehemann Teddypullover trägt? Genau! Sie sucht sich einen Liebhaber. Das klingt nach Boulevard, ist es aber nicht. Es ist trostlos. Und erschreckend normal. So, wie Tilman Knabe am Mannheimer Nationaltheater Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» inszeniert hat, sieht es wohl in vielen Familien aus, die...
Zum achten Mal präsentieren wir Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser, eine exklusive «Opernwelt»-CD. Auch in diesem Jahr sind wir bei der Auswahl unseren Grundsätzen treu geblieben: keine Kompilation, die für ein bestimmtes Haus, ein Festival oder einen aktuell von der Tonträgerindustrie protegierten Künstler wirbt, sondern unveröffentlichte Aufnahmen von...
