Hören, hören, hören
Des Menschen wichtigster Sinn ist das Sehen. In der Oper werden, im besten Fall, Auge und Ohr gleichermaßen gefordert. Doch was ist, wenn das Visuelle so übermächtig wird, dass es der Musik im Wege steht? Ein konservativer Dirigent wie Marek Janowski zieht daraus die Konsequenz, den ganzen Wagner in der Berliner Philharmonie nur noch konzertant aufzuführen – um das Primat des Hörens zu sichern. Die Zeitgenössische Oper Berlin nähert sich dem gleichen Ziel von der experimentellen Seite – und geht dabei einen radikalen Schritt weiter.
Bei «Into The Dark» schaltet sie komplett das Licht aus und führt Musik in absoluter Dunkelheit auf.
Man kennt das von gewissen Restaurants, in denen die Gäste ihr Essen ebenfalls nicht sehen können. Aber was dort Event ist, soll im Kleinen Sendesaal des Funkhauses an der Nalepastraße der Kunst dienen. Wie hört man, wenn man wirklich nichts sieht, wenn der Ton unvorbereitet kommt? Wenn keine ablenkenden Bilder da sind? Kann man Raum und Theater allein durch Klang erzeugen? Regisseurin Sabrina Hölzer hat eine ähnliche Erkundung schon vor neun Jahren im Hebbel-Theater mit «Tragödia – der unsichtbare Raum» von Adriana Hölszky unternommen. Damals musste das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Udo Badelt
Dem Feind Säure ins Gesicht geschüttet, den Gatten befreit, «namenlose Freude» besungen – doch da gibt es noch vier weitere Gefangene. Aufgeteilt auf drei Käfige schweben sie vom Schnürboden. Vier Herren im Frack sind das, Streicher des Bayerischen Staatsorchesters, die Partiturfremdes spielen: das Adagio aus Beethovens Quartett op. 132. Jenen «Dankgesang eines...
«Dieses Drama ist nach meiner Meinung das Beste, was ich je gedichtet habe, sowohl hinsichtlich des Stoffes und der Handlung als auch hinsichtlich der Verse. Es ist wollüstig, jedoch nicht lasziv, und erregt von Anfang bis Ende die Anteilnahme des Publikums. Den Beweis dafür erbrachten hundert in kurzer Zeit erfolgte Aufführungen.» So schreibt Lorenzo da Ponte in...
Opern mit nur einem Akt sind in der Regel beim Publikum nicht sehr beliebt – Ausnahmen («Salome», «Elektra», «Bajazzo» mit «Cavalleria rusticana») bestätigen die Erfahrungen. Und Puccinis «Il trittico» zieht sich oft ziemlich in die Länge, so dass manche Theaterleiter kurzerhand nach der Premiere die «Suor Angelica» in den Fundus verbannen. An der Opéra de Lyon...
