Apropos... Altmodisch
Herr Pirgu, Sie stammen aus Albanien. Nicht unbedingt das Land der Oper schlechthin!?
Bei uns war immer nur Diktatur.
Aus anderen kommunistischen Staaten sind viele Sänger hervorgegangen.
Aus Albanien kommen nur Geiger. Unser System war so. Schon in die Kindergärten wurden Mitglieder einer Kommission geschickt, um Talente auszusortieren. Ich war sechs Jahre alt, als meine Eltern einen Brief bekamen: «Ihr Sohn muss Violine studieren.» Ich habe es gehasst. Ich wollte Klavier spielen, so wie ich es heute gern tue.
Eine gute Schule für das Singen war die Violine trotzdem.
Wie kamen Sie zum Gesang?
Durchs Fernsehen. Ich habe zwar immer gesungen. Aber erst beim Konzert von Pavarotti, Domingo und Carreras in den Caracalla-Thermen hatte ich plötzlich das Gefühl: Ich will Tenor werden. Das war mit neun Jahren, vor dem Stimmbruch. Ich kann ehrlich behaupten: Ich bin ein Produkt der «3 Tenöre».
Hat man die Stimme richtig eingeschätzt?
Ich studierte in Tirana Geige und habe dann einen Gesangslehrer gefragt. Der sagte: «Du bist Tenor, geh weg nach Italien!» Es bedeutete einen Aufbruch ins Unbekannte. Jedenfalls war von dem Zeitpunkt an klar: Ich bin lyrischer Tenor.
Warum sind Sie nach Bozen ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser
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