Domingos 140. Partie
«I due Foscari» ist, obgleich relativ selten aufgeführt, ein Verdi-Werk von Gewicht, und das aus mehreren Gründen: Unter anderem lotet der Komponist hier erstmals die Dynamik von Eltern-Kind-Beziehungen aus; zum anderen gehört die Oper – wie auch Lord Byrons Drama, auf dem sie basiert – zu den ersten Kunstwerken überhaupt, die das populäre Bild Venedigs als Ort heiter-gelassener Kunstsinnigkeit und Fantasie hinterfragen.
Insbesondere dieser zweite Aspekt ist es, auf den Thaddeus Strassberger mit seiner Neuproduktion an der Los Angeles Opera abzielt.
Mit Bühnenbildner Kevin White transformiert er die Lagunenstadt in einen expressionistischen, schattenbevölkerten Alptraum, in dem allerlei Folterapparaturen und Szenen der Unterdrückung und Einkerkerung alles Schöne verdrängen. Fraglos bietet die Handlung viele Steilvorlagen für die finstere Stimmung, von der diese Produktion durchtränkt ist. Die Musik hingegen gibt das nicht immer her: So weist die Partitur Momente musikantischer Ausgelassenheit auf, und auch wenn Verdi ein starkes tragisches Idiom entwickelt, dringt er noch nicht in dem Maß in die Seelentiefen seiner Figuren vor wie in seinen späteren Opern. Folglich braucht es ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Simon Williams
Das «Helikopter-Streichquartett» (siehe Anmerkungen am Ende des Textes: Hörbeispiel 1) bildet das Herzstück der dritten Szene der Oper «Mittwoch aus Licht». Stockhausen schrieb es in den Jahren 1992 und 1993 im Auftrag der Salzburger Festspiele, die es allerdings nie aufführen konnten. Erstmals gespielt wurde das Opus 1996 in Amsterdam mit dem Arditti Quartett,...
Während der zehn Jahre seiner Intendanz am Bonner Theater hat Klaus Weise in der Oper gezielt das selten gespielte Repertoire des frühen 20. Jahrhunderts gepflegt und zumeist auch selbst inszeniert. Es waren veritable Entdeckungen dabei, etwa Franz Schrekers «Irrelohe» oder Eugen d’Alberts «Golem». Zum Abschied hat er nun Paul Hindemiths Triptychon auf die Bühne...
Seine Stimme war so schön – er war einer der besten Heldentenöre, die ich je gehört hatte.» So schreibt im Rückblick kein Geringerer als Georg Solti in seinen Erinnerungen über Ernst Kozub, den «herrlichen Wagner-Tenor aus Ostdeutschland», nicht wissend, dass Kozub aus Duisburg stammte (wie Rudolf Schock), im Zweiten Weltkrieg als Verwundeter nach Thüringen...
