Disparates Trio
Während der zehn Jahre seiner Intendanz am Bonner Theater hat Klaus Weise in der Oper gezielt das selten gespielte Repertoire des frühen 20. Jahrhunderts gepflegt und zumeist auch selbst inszeniert. Es waren veritable Entdeckungen dabei, etwa Franz Schrekers «Irrelohe» oder Eugen d’Alberts «Golem». Zum Abschied hat er nun Paul Hindemiths Triptychon auf die Bühne gewuchtet, ein durchaus problematisches Trio disparater Einakter, von denen Hindemith sich später distanziert hat.
Nur mit dramaturgischen Klimmzügen lässt sich ein roter Faden entdecken: Sex und Gewalt kommen tatsächlich dreifach vor – aber wo, bitteschön, nicht? Außerdem eint das Trio eine gewisse expressionistische Verschwitztheit, die heute schwer goutierbar ist.
Der Abend hebt an mit «Mörder, Hoffnung der Frauen» auf einen wild gestikulierenden Text von Oskar Kokoschka (!) über die archaischen Niederungen des Geschlechterkampfs, den man am liebsten nicht verstehen würde. Hindemith hat auf die wirre Vorlage eine roh gehauene Partitur geschaffen, Regisseur Weise hat die Handlung, die laut Kokoschka in archetypischer Vorzeit spielt, zum Künstlerdrama abgemildert, in dem die vorgesehenen Krieger als Kunst-Schüler erscheinen ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Regine Müller
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Seine Stimme war so schön – er war einer der besten Heldentenöre, die ich je gehört hatte.» So schreibt im Rückblick kein Geringerer als Georg Solti in seinen Erinnerungen über Ernst Kozub, den «herrlichen Wagner-Tenor aus Ostdeutschland», nicht wissend, dass Kozub aus Duisburg stammte (wie Rudolf Schock), im Zweiten Weltkrieg als Verwundeter nach Thüringen...
