Komponist der Dichter
In einer seltsamen Mischung aus Bewunderung und Anrührung reiste man im vergangenen Jahr nach Detmold zu einer Uraufführung der besonderen Art: Giselher Klebe, der Altmeister der Literaturoper in den Jahrzehnten nach dem Krieg, hatte nach langer Pause noch einmal eine neue, seine letzte Oper geschrieben: die musikalische Komödie «Chlestakows Wiederkehr», nach dem Theaterstück «Der Revisor» von Gogol.
Das Wort «Wiederkehr» im Titel durfte man dabei auch auf den Komponisten selbst beziehen: Auch er war noch einmal wiedergekommen und wollte sich, wie das bewunderte Vorbild Verdi, mit einer Komödie von der Bühne verabschieden.
Dass die Gattung der «Literaturoper» bisweilen in ästhetischen Verruf geraten ist, hat den am 28. Juni 1925 in Mannheim geborenen Giselher Klebe nie irritiert. Er führte mit den Großen der Literaturwelt intensive und gebildete Gespräche, fasste die Dialoge in Musik, so entstand eine beeindruckende Reihe neuer Operntitel: «Die Räuber» nach Schiller, «Alkmene» nach Kleist, «Die tödlichen Wünsche» nach Balzac, «Die Ermordung Cäsars» nach Shakespeare, «Das Mädchen aus Domrémy» nach Schillers «Jungfrau von Orléans». Horváth lieferte die Vorlage für die Oper «Figaro ...
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