Sentiment und Action
In Texas muss alles groß sein. So hat die Dallas Opera in ihrem 53. Jahr für ihre dritte Uraufführung nach einer besonders gewichtigen Vorlage gegriffen. Den Umzug in das neue, von Norman Foster entworfene Theater feierte man letzten Oktober unverfänglich mit Verdis «Otello», jetzt wurde mit Herman Melvilles «Moby Dick» ein dicker Brocken gewuchtet, der die Möglichkeiten der Bühne voll austestet.
Dabei ist der weiße Wal, der in diesem mit Bibelanspielungen gespickten Roman als Gegenspieler und Nemesis des manischen, vielleicht verrückten Kapitän Ahab fungiert, dem er einst das linke Bein raubte, gar nicht zu sehen. Der finale Kampf mit dem Meeresgiganten wird nur indirekt gezeigt: Virtuelle Boote zerbersten, Seeleute fahren ertrinkend aus dem Bild, der negative Schattenriss des Walfängers Pequod kippt weg. Schließlich verschwindet Ahab zwischen weißem Videorauschen. Nur der Matrose, den man als Greenhorn kannte, rettet sich auf einem Sarg. Mit den berühmten Worten «Call me Ishmael» offenbart er sich dem ihn auflesenden Schiff. Damit beginnt eigentlich der Roman.
In seiner sechsten Oper halten sich Jake Heggie («Dead Man Walking») und sein bewährter Librettist Gene Scheer eng an die ...
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Herr Gallo, können Sie uns erklären, warum die großen italienischen Sänger bisher einen Bogen um den Grünen Hügel gemacht haben?
Das liegt allein an der italienischen Gesangsschule, die den Sängern immer eingetrichtert hat, es wäre gefährlich, in einer anderen Sprache als Italienisch zu singen. Noch zu meiner Studienzeit bestand der Unterricht in den Konservatorien...
Gerade weil er so weltfremd wirkt, ist Don Quichotte der Welt seit einem halben Jahrtausend nah. Was er sagt und denkt, mag illusionistischer Blödsinn sein, sein Wirklichkeitsausschnitt naiv, seine Hoffnungspalette dümmlich. Trotzdem steckt darin mehr Wahrheit und Wirklichkeit als in vielen realistischen Diagnosen. So wuchs die Figur zum Mythos: offen für viele...
Die russische Oper vor und neben Glinka und Mussorgsky ist in der westlichen Welt immer noch eine terra incognita. Dabei schlummern in russischen Rundfunkarchiven viele Gesamtaufnahmen von Werken des späten 18. (Paschkewitsch, Fomin, Bortnjanski) und frühen bis mittleren 19. Jahrhunderts (Verstovski, Serov, Napravnik etc.), die die Legende Lügen strafen, es hätte...
