Kreativer Pragmatismus

Innerhalb von fünf Jahren hat Guy Montavon das neue Erfurter Opernhaus zu einer festen Größe in der Region gemach

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Zum Finale der jüngsten Premiere regnete es rote Rosen aus dem Schnürboden. Da waren nämlich der König und die Blumenverkäuferin mit dem demokratischen Rückenwind von Volkes Stimme auch ganz offiziell ein Paar geworden. Vorher gab es im Operettenstaat Portowa zunächst das Greisenregime einer herrischen Regentin, eine falsche Revolution und einen Verfassungskompromiss zwischen den Vertretern der Dynas­tie und ihren Untertanen.

So wie es in Ruggero Leoncavallos schmissiger Operette «Die Rosenkönigin» aus dem Jahr 1912 vorgesehen war und jetzt in Erfurt das erste Mal über eine deutschsprachige Bühne ging. Für solche Spielplan­effekte hat Generalintendant Guy Montavon ein Händ­chen. Solch eine Ausgrabung bringt dem (Operetten-)Fan allemal einen Aha-­Effekt, selbst wenn man sich vom Philharmonischen Orchester ­etwas mehr Esprit gewünscht hätte. So wie es bei der höchst gelungenen Wiederbelebung von Kálmáns selten gespielter «Bajadere» im Jahre 2003 zum Beispiel der Fall war. Für den Höhepunkt seiner laufenden «Bin beim Italiener»-Spielzeit hält Montavon dieses zwar unterhaltsame, aber von Peter Brenner zu bieder in Szene gesetzte Operetten­schmankerl selbst nicht. Das steht mit Johann ...

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Opernwelt April 2008
Rubrik: Magazin, Seite 27
von Joachim Lange

Vergriffen
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