Rückgriff auf die Antike

Ferrara: Strauss: Elektra

Opernwelt - Logo

Natürlich ist «Elektra» weltweit ein fester Bestandteil des Opernrepertoires, doch musste die Oper genau 101 Jahre auf ihre Erstaufführung im südtirolischen Bozen warten. Die dort erarbeitete Inszenierung versteht sich als eine überregionale Koproduktion mit so traditionsreichen Häusern wie den Teatri Comunali von Modena und Ferrara sowie dem Municipale von Piacenza.

Es stimmt: Keines der Traditionshäuser in der Emilia Romagna verfügt über einen Graben, der die 115 von Strauss geforderten Orchestermitglieder fassen könnte.

Und so warteten Regisseur Manfred Schweigkofler und seine Bühnenbildner mit einem raffinierten Konzept auf, das der logistischen Herausforderung mit einer Innovation – präziser: mit einem Rückgriff auf das antike Griechenland begegnete. Wie ein griechischer Chor ist der gigantische Orchesterapparat im Halbrund des Auditoriums hinter den Sängern gruppiert, und zwar sichtbar – wenn auch nur als konturlos bedrohliche Masse hinter einem schwarzen Schleier. Der Chor erscheint beiderseits eines großen Innenhofes auf zwei Türmen postiert, deren Gerüste, Podeste und bewegliche Brücken für den mykenischen Königspalast stehen. Die «Underdogs», namentlich Elektra und die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2010
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Carlo Vitali

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mit den Klängen kamen die Tränen

 

Erstes Bild: Chopin geht ins Theater
 
Wir stellen uns die Szene vor. Wie der junge Mann, von der Dominsel kommend, über die Promenade am Festungsgraben schlendert, gedankenversunken. Wie er von dort, Gryphius und Lessing folgend, Alfred Kerr und Theodor Fontane zuvorkommend, in Richtung Altstadt strebt, hin zu der von Altaristenhäusern gesäumten Elisabethkirche...

Im Focus der Opernwelt: April 2010

Dichter kann ein Opernmonat kaum sein. Abseits der Metropolen kommt Franz Schreker endlich einmal wieder zu seinem Recht. Chemnitz holt den «Schmied von Gent» aus dem Vergessen, und Augsburg setzt sich für «Der ferne Klang» ein. Die musikalischen Ergebnisse rechtfertigen in beiden Fällen den Aufwand. In Berlin rivalisieren Staatsoper und Komische Oper in Sachen...

Beredte Kunst

Es ist inzwischen schon eine kleine Reihe, die der österreichische Residenz-Verlag Nikolaus Harnoncourt gewidmet hat. Jüngster Beitrag: ein Band mit dem Titel «Oper, sinnlich». Vierhundert Jahre Operngeschichte werden mit der jahrzehntelangen Bühnenarbeit Harnoncourts amalgamiert. Schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis nährt den Verdacht, dass es sich teils um...