«Ich bin der Schamane»

Lothar Zagrosek über die Einstudierung von Lachenmanns «Mädchen mit den Schwefelhölzern» an der Deutschen Oper Berlin

Opernwelt - Logo

Kunst macht Arbeit. Allein der Probenaufwand, der hinter Dietmar Schwarz’ gelungenem Berliner Intendanz-Auftakt mit dem «Mädchen mit den Schwefelhölzern» steckte, verrät, weshalb die zweite Saison abfallen musste: «An der Deutschen Oper hatten wir 75 Proben für das Stück!», erzählt Dirigent Lothar Zagrosek. Eine Haupt- und Staatsaktion! Zum Vergleich: «Für ‹Don Giovanni›», so Zagrosek, «würde man vielleicht 14 oder 15 Proben ansetzen.» Fünffacher Aufwand also für das Berliner «Mädchen».

Ein Jahr nach der Premiere kommt Zagrosek mit der U-Bahn zum Interview.

(Dergleichen erlebt man auch nicht oft...) Er wohnt in Berlin-Mitte. ­Zagrosek wundert sich, dass trotz des großen Publikumserfolgs (alle Vorstellungen des «Mädchens» waren ausverkauft) niemand an eine Wiederaufnahme denkt. Aber er ist es gewohnt. Nach der legendären Produktion von Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten» (1983 in der Regie von Hans Neuenfels) vergingen 20 Jahre, bevor er überhaupt wieder an die Deutsche Oper engagiert wurde.

In Zagroseks Wikipedia-Eintrag heißt es, er sei 2012 an die Deutsche Oper «zurückgekehrt». Das kommentiert dieser mit süffisantem Lächeln: «Ich würde eher sagen: ‹Schaute mal wieder vorbei›.» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 110
von Kai Luehrs-Kaiser

Weitere Beiträge
Wichtige SängerInnen und Aufführungen des Jahres

Wichtige Sängerinnen und Sänger der Saison

Christian Gerhaher spricht singend und singt sprechend. Auf der Bühne nimmt er sich selbst gern zurück, scheint sich vollkommen mit Text und Tönen zu identifizieren. Vielleicht ist das der Grund, warum er so überzeugend erzählen, so natürlich bleiben kann. Natürlichkeit war eine Forderung Debussys an den Vortrag – und...

Flaschenpost an die Zukunft

Wagner hielt nichts von Verdi, kannte seine Werke kaum. Verdi dagegen hat sich intensiv mit dem deutschen Kollegen beschäftigt. Zwar ärgerte ihn der Vorwurf, er «gebärde sich wie Wagner», was Bizet nach einer Aufführung von «Don Carlos» behauptete. Aber in seinen beiden letzten Opern kann man die bewusste Auseinander­setzung hören. Otello und Desdemona sind in...

Das Urteil von 50 Kritikern

Kategorien:

1. Uraufführung -- 2. Wiederentdeckung -- 3. Aufführung -- 4. Regie -- 5. Bühne -- 6. Kostüme -- 7. Dirigent(in) -- 8. Sänger(innen) -- 9. Nachwuchskünstler(innen) -- 10. Opernhaus -- 11. Orchester -- 12. Chor -- 13. Ärgernis -- 14. Buch -- 15. CD/DVD

 

John Allison
London
Opera, Sunday Telegraph

 

1.    Stockhausens «Mittwoch aus Licht» in Birmingham
2.   ...