Liebe ist eine Möglichkeit
Anlässlich der Stuttgarter Produktion von Nonos azione scenica «Al gran sole carico d´amore» im Jahr 1998 verwies Klaus Zehelein auf einen für das Verständnis dieses Werks wesentlichen Punkt: seine Stellung in der Geschichte, für die Geschichte, und vor allem – seine über die Aktualität hinausreichende Essenz.
Die Frage nach der Haltung des Stücks, nach seinem revolutionären Habitus und Impetus, so Zehelein, sei beileibe nicht abgetan: «Die triviale Reaktion auf die gestellten Utopien verlangt geradezu nach dieser Frage: Nur muss sie auch anders, kontextuell, mit einem Subtext, gestellt werden.»
Die Salzburger Produktion 2009 (Regie: Katie Mitchell) wich der Frage aus, verhandelte das Werk – vielleicht bewusst – mit politischer Naivität, versenkte sich in das weibliche Einzelschicksal, geriet dadurch sentimental, affirmativ und vor allem: resignativ, utopielos. Peter Konwitschnys Inszenierung, die 2004 in Hannover Premiere feierte und nach fünf Jahren in neuer Einstudierung und – was gewiss symbolträchtig ist – am Vorabend des 20. Jahrestages der friedlichen Revolution an der Oper Leipzig herauskam, vermeidet diese Flucht. Sie stellt sich den Dingen: den Utopien mitsamt ihren ...
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Kaija Saariahos erste Oper «L’Amour de loin» war ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele und kam im Sommer 2000 in der Felsenreitschule heraus, dirigiert von Kent Nagano (siehe OW 11/2000). Fünf Jahre später wurde die Inszenierung von Peter Sellars an der Oper von Helsinki auf DVD mitgeschnitten, nun dirigiert von Saariahos Landsmann Esa-Pekka Salonen. Wie bei...
Herr Cencic, als Countertenor haben Sie dieses Jahr noch mehr Händel singen müssen als sonst. Ermüdungserscheinungen?
Das nicht, aber schon ein gewisses Bedauern, dass doch nur immer wieder die gleichen Händel-Opern gespielt werden. Warum muss es immer «Giulio Cesare» sein – und nicht mal «Floridante»? Inzwischen sind doch fast alle Händel-Opern in guten...
Frau Gens, glauben Sie wie ich, dass Frauen die Launen des Schicksals besser aushalten können, weil sie stärker sind als Männer?
Ich weiß nicht, ob sie stärker sind. Aber es ist richtig, dass die Zahl der Frauen, die tragische Dinge erleben, die verzweifelt sind, von ihren Ehemännern oder Geliebten verlassen werden oder sogar sterben, sehr groß ist. Und es ist...
