Liebestod
Drei Männer. Liebend jeder auf seine Art. Da ist zunächst Don Giovanni. Leben ist ihm Liebe, Liebe Leben, Elixier, doch niemals nur an der Seite einer Frau. Er will, nein: er muss sie alle haben. Sein Sinn steht ihm ausschließlich nach Erlösung vor dem Tod. Der Tod selbst interessiert ihn wenig. Und auch nicht der Wahn. Ein Liebender ganz anderer Provenienz ist dagegen Romeo: Er liebt um der Liebe, der Leidenschaft willen und nur eine einzige Dame: Juliette. Für sie tötet er und mordet sich schließlich selbst, bevor er wahnsinnig wird am Liebesverlust.
Otello wiederum, der dritte Mann im Bunde, ist blind, wahnsinnig vor Eifersucht. Unstillbar sein Verlangen nach Liebe. Weil er ihr nicht traut, mordet er.
Drei Männer. Was sie trennt, ist gesagt. Was sie eint, steht im Hohenlied Salomos: Denn stark wie die Liebe ist der Tod. Und so lautet das Motto der Salzburger Festspiele 2008, die sechs Jahre nach Martin Kusejs Inszenierung einen taufrischen «Don Giovanni» präsentieren. Neu ist auch die Fassung, die für diese Produktion gewählt wurde. Bertrand de Billy hat sich, nach positiven Erfahrungen 2006 am Theater an der Wien, wiederum für die Wiener Version entschieden, die vor allem im ...
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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele I, Seite 14
von Jürgen Otten, Gerhard Rohde
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Wer kann, der kann. Kopenhagen hat in den vergangenen Jahren mit durchweg hauseigenen Kräften einen «Ring» auf die Beine gestellt, der länger in Erinnerung bleiben wird als so manche Bayreuther Produktion nach Chéreau. Der dänische Regisseur Kasper Bech Holten erzählt die verschlungene, über Generationen wirkende Geschichte als Rückblende aus der Sicht...
Auch wenn die ursprünglich für das diesjährige Festival in Macerata geplanten Neuproduktionen von Verdis «Attila» und Hindemiths «Neues vom Tage» aus finanziellen Gründen gestrichen bzw. verschoben werden mussten, war die 44. Saison in der Arena Sferisterio (den Bau hat man Mitte des 19. Jahrhunderts als Stadion für eine lokale Variante des Pelota-Spiels...
