Intime Bekenntnisse

Festspielzeit in Saint Louis: John Coriglianos «The Ghosts of Versailles», Mozarts «Il re pastore» und Strauss’ «Salome»

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Als die Met 1991 John Coriglianos «The Ghosts of Versailles» herausbrachte, war jedem klar, dass die Oper zu lang ist. Aber wen interessierte das? Corigliano und sein Librettist William M. Hoffmann hatten in dem von ihnen erfundenen Genre der grand opera buffa eine mitrei­ßende Arbeit abgeliefert, in der Mozarts und Rossinis «Figaro»-Personal auf die Gespenster Ludwig XVI., Marie Antoinettes und selbst des (ihr ergebenen) Beaumarchais prallten.

Luxuriös besetzt und spektakulär inszeniert (es gab sogar ein echtes Feuerwerk!), versetzte die Uraufführung an der Met – damals die erste nach einem Vierteljahrhundert – Publikum wie Kritik in einen Taumel der Be­geis­terung.
Ein nennenswertes Nachleben hatten die «Ghosts» nicht: Andere Häuser schreck­ten vor den Dimensionen des Stücks zurück. In der nun vorgestellten neuen Fassung für das Opera Theatre of Saint Louis fehlen rund 40 Minuten Musik, und das ursprünglich in Wagner-Stärke konzipierte Orchester umfasst jetzt weniger als 60 Musiker. Was bleibt übrig? Eine unverständliche Geschichte, aufgeblasene Auftrittsarien für Figuren, die später so gut wie keine Rolle mehr spielen, gestelzte Texte, eine Folge schön-fader, austauschbarer ...

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Opernwelt August 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Matthew Gurewitsch

Vergriffen
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