Clash der Kulturen

Generalmusikdirektor Asher Fisch und Operndirektor Michael Ajzenstadt im Gespräch

Opernwelt - Logo

Wer hatte die Idee, Yehoshuas Roman in eine Oper aufzufalten?
M. A.: Hanna Munitz. Wir suchten für unser Jubiläum einen Stoff mit einem typisch israe­lischen Thema. Die Auftragswerke davor [«A Quest for Polyphony» von Richard Farber (1987), «Joseph» von Joseph Tal (1995), «My Dearest Son» von Haim Permount (2000) und «Alpha and Omega» von Gil Shohat (2001)] waren wunderbar, aber eben ohne spezifisch israelische Thematik. Es gibt keinen Zweifel, dass A. B.Yehoshuas Buch sehr israelisch ist, was Kultur, was die Nation, was die Menschen anbetrifft.



Der Autor war von der Umwandlung nicht a priori angetan.
M. A.: Doch, er war durchaus begeistert, nur hatte er schlechte Erfahrungen mit Film- und Fernsehadaptionen seiner Bücher. Wir konnten ihn davon überzeugen, dass er selbst das Libretto schreiben sollte. Was umso wichtiger war, da der Roman keine Dialoge enthält, sondern quasi von einem Erzähler geschildert wird. Der Prozess dauerte etwa zwei Jahre, wir bezogen auch den Regisseur ein, und Gary Bertini, der die Aufführung ursprünglich dirigieren sollte, und danach Asher Fisch. Und natürlich den Komponisten: Es ging darum, die richtige Balance zwischen Text und Musik zu finden – zumal wir ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2005
Rubrik: Im Focus, Seite 21
von Gerhard Persché

Vergriffen
Weitere Beiträge
Erschöpfte Rächerin, malender Färber

Ein Opernhaus, das mehr als hundert Musiker sein Eigen nennt, greift gern zu Werken, die den vollen Klangapparat fordern. Auch die Dirigenten möchten von Zeit zu Zeit einmal als musikalische Feldherren vor dem Orchester stehen. Dann setzen sie bevorzugt Werke von Richard Strauss an. So wie jetzt in Paris und Brüssel. An der Bastille-Oper dirigierte Christoph von...

Diener der Musik

Wer Carlo Maria Giulini nie auf einer Probe erlebt hat, kann das per DVD nachholen. Bei Arthaus ist ein Mitschnitt seiner Arbeit an Bruckners ­Neunter mit dem Orchester des SWR erschienen. Man sieht den Maestro in seiner Spätphase. Dreiundachtzig ist er, ganz Grand­seigneur natürlich, groß, schlank, der Musik inbrünstig hingegeben. Was die Probentechnik betrifft,...

Wagner: Tristan und Isolde

Das gibt es nicht alle Tage: ein «Tristan», der – bildreich und spannend inszeniert – wie in einem einzigen Augenblick vorüberzuziehen scheint. Ein großartiger Erfolg am Mariinsky Theater. Regisseur und Bühnenbildner Dmitri Tcherniakov erzählt die Geschichte, als betrachteten wir einen Bergman-Film. Treffsicher umreißt er psychologische Motiva­tion, modelliert die...