Zurück, vorwärts, überallhin
«Der Schnee fällt nicht hinauf | sondern nimmt seinen Lauf | hinab und bleibt hier liegen, | noch nie ist er gestiegen», reimte der Schweizer Schriftsteller Robert Walser in einem vierstrophigen Gedicht. Manchmal, wie jetzt am Theater Basel, fällt der Schnee aber dann doch auch von unten nach oben. Fliegt auf Diagonalen. Stürmt himmelwärts. Tanzt wild auf der Stelle, in dichten Clustern. Schweres, «süßes Weiß», das schließlich im Kreis verwirbelt. Und im Dunkel verschwindet. Blackout.
Schluss mit den Spiegelfechtereien, Schluss mit dem fadenscheinigen Spiel, «das ist vorüber», singt Schneewittchen am Ende der siebenteiligen «Schneewittchen»-Oper des Schweizer Komponisten Heinz Holliger. «Begleitet alle uns hinein», ruft sie mit körperlosem Ausdruck ihren Mitspielern zu – der Königin und dem Prinzen, dem König und dem Jäger. Doch wo liegt dieses «hinein»? Niemand weiß es. Ein letzter, aschfahler Aufschrei ist das, der bis zum dreigestrichenen d hinaufführt – zum höchsten Ton dieses raffinierten, schelmisch-ernsten, farbenflimmernden Sprach- und Klangmosaiks über ein Märchen über Märchen. Exakt zwei Oktaven tiefer hatte alles begonnen, auf einem seltsam fernen, von allen fünf Solisten ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Albrecht Thiemann
Auch im Liedgesang, der «Königsklasse des Singens», wolle er sich behaupten, erklärt Jonas Kaufmann auf seiner Website. Mit seiner Aufnahme von Franz Schuberts «Die schöne Müllerin» hat er vor fünf Jahren eine imponierende tenorale Visitenkarte abgegeben, 2012 dann zum ersten Mal die «Winterreise» gesungen. Die Aufnahme mit seinem einstigen Lehrer Helmut Deutsch –...
In den Künsten, zumal den darstellenden, gibt es Menschen, die man mehr oder weniger sieht. Primär den Stars ist Öffentlichkeit vergönnt. Doch die im Dunkeln – Autoren, Komponisten, Regisseure, Choreografen, Ausstatter, Dramaturgen –, die sieht man nicht. Dabei sind Interpreten auf Institutionen angewiesen, Kulturapparate, die nicht nur technisch funktionieren,...
arte
2./8.4. – 5.05 Uhr
Musik – Eine Reise fürs Leben.
Dokumentation von Paul Smaczny über den Dirigenten Riccardo Chailly.
3.4. – 5.05 Uhr
9.4. – 5.15 Uhr
Beethoven: Tripelkonzert.
Orchestre national du Capitole de Toulouse, Tugan Sokhiev.
4.4. – 5.05 Uhr
10.4. – 5.20 Uhr
Beethoven: 7. Symphonie.
Amsterdam 2010. Royal Concertgebouw Orchestra, Mariss Jansons.
6.4. – 18.25...
