Vom Komischen ins Kosmische

Die Musikfestspiele Potsdam-Sanssouci feiern ihr 60-jähriges Gründungsjubiläum mit einer «Opernorangeade für alle Sinne»

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Wir feiern, was uns kostbar ist. Und kostbar waren den Fürsten des Nordens die goldenen Äpfel des Südens, die Orangen, für deren Bäume sie große Orangerien bauten, um sie im Winter vor Frost zu schützen. Die Musikfestspiele Potsdam-Sanssouci, geleitet von Andrea Palent, hatten etwas zu feiern: ihr 60-jähriges Jubiläum. Und da das Thema dieser Saison ohnehin «Mittelmeer» lautete, hatte man eine «Opernorangeade für alle Sinne» aufs Programm gesetzt.

Ein Pasticcio rund um die Apfelsine, dessen Kernstück eini­ge Nummern aus «Il pomo d’oro» von Antonio Cesti bildeten, hatte sich der Regisseur Christoph von Bernuth gemeinsam mit seiner Dramaturgin Micaela von Marcard ausgedacht. Es wurde in der Orangerie des Parks von Sanssouci mit einem pompösen Festmenü «à l’orange» vom Chefkoch Ingo Bassenge kombiniert. Man speiste, musiklos, im Westflügel, und erst während des Desserts – Orangen-Walnusstorte – platzten hungrige Gaukler in den Saal, angeführt vom Bassbariton Marcos Fink als Impresario.

Was als harmloser Sommerspaß begann, entwickelte allmählich immer größeren Ernst. Nach einem Freiluft-Geplänkel im Innenhof gab es nach der Pause im Ostflügel, von Speis und Trank ungestört, die ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Jan Brachmann

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