Höllenpolka
In der Hölle ist alles ganz anders. Die Tuba, sonst eher für klangliche Grundierung zuständig, rückt zum Melodieinstrument auf, wenn man denn ihre bizarre Tonfolge als solche hören will. Die Streicher, sonst eher für melodischen Schmelz zuständig, wispern irisierend. Ein Klanggespinst ohne Mitte, in dem sich Akkorde verschieben, bevor man sie überhaupt wahrgenommen hat. Subkutan trübt sich Dur zu Moll, und die Ohren kommen nicht daran vorbei: Sonne gibt es in der Hölle keine.
Dvorák war ein reifer Meister, als er diesen musikalischen Gang in die Hölle wagte.
Der Teufel, der uns davon erzählt, heißt Marbuel und tanzt auf Erden mit der biestigen Käthe, die sonst niemand so richtig haben will. Sie folgt ihm prompt. Dass es dann nicht, wie versprochen, ein «Schloss» ist, wohin der Weg führt, sondern eben die Hölle, nimmt sie ihm übel. Schon unterwegs macht sie dem armen Teufel zu schaffen, und seine Kollegen stimmen ihm zu: Nichts wie zurück auf die Erde mit der Käthe. Dafür sorgt dann ein gewiefter Schäfer, der die Käthe zwar nicht richtig liebt, aber doch so sympathisch findet, dass er sie retten will vor ewigem Verderben. Schließlich muss auch der Tenor was zu tun haben. Ganz ...
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Paul Celan ist heimgekehrt. 1958 verlieh man ihm den Literaturpreis der freien Hansestadt Bremen, jetzt produzierte das Bremer Theater die 2001 in Dresden uraufgeführte und seitdem von Mainz und Köln nachgespielte «Celan»-Oper von Peter Ruzicka. Eine Aufführung, die trotz großer Meriten die schon geäußerten Zweifel an diesem Werk (OW 5/2001 und 6/2003) nicht...
Wer seinen Goethe gelesen hat, wird in Guy Montavons Erfurter Inszenierung von Arrigo Boitos «Mefistofele» nicht schlecht staunen. Denn er bekommt hier einen Krimi zu sehen: Mephisto soll als Agent eines großen Geheimbundes, an dessen Spitze ein «Big Boss» namens Gott steht, dem Wissenschaftler Faust die Formel zur Erschaffung eines künstlichen Menschen abjagen....
Eine zweite Heimat am Oberrhein: Dazu scheinen sich Basel und Freiburg für Calixto Bieito zu entwickeln. In der nächsten Spielzeit geht es mit Janáceks «Totenhaus» dort und Ligetis «Grand Macabre» hier weiter. Kurz nach der Baseler «Lulu» (OW 4/2009) indessen erst mal Manuel de Fallas «La vida breve» im Breisgau. Das bedeutet zunächst einen Umzug des knappen,...
