Hochstimmung im Rumpelschloss
Offenbachs Œuvre erscheint wie ein Relief, an dem ständig gefeilt wird und unter dessen Oberfläche immer wieder neue Feinheiten zum Vorschein kommen. Um eine verlässliche Ausgabe der «Contes d’Hoffmann» wird spätestens gerungen, nachdem in den siebziger Jahren rund zwölfhundert Manuskript-Seiten im Schrank von Offenbachs Urenkel gefunden worden und in den Achtzigern das originale Textbuch sowie in den Neunzigern weitere einhundertvierundvierzig Takte aus einer Privatsammlung aufgetaucht waren.
Die «Fées du Rhin» kamen erstmals 2002 in rekonstruierter Fassung in Montpellier heraus. Im Dezember 2003 schließlich betrat die «Grande-Duchesse de Gérolstein» in einer von Jean-Christophe Keck philologisch frisch gewandeten Form die Bühne der Straßburger Oper, bevor sie in derselben Form im Oktober 2004 auch das Pariser Châtelet erreichte. Laurent Pelly hatte für diese Produktion Inszenierung und Kostüme entworfen, in Marc Minkowskis Verantwortungsbereich fiel die musikalische Aufsicht.
Diese unter anderem um das turbulente Finale des zweiten Aktes vervollständigte Version liegt nun gleich in doppelter Ausfertigung vor: als CD und als DVD. Man darf sich allerdings fragen: wozu doppelt? ...
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Frau Rosenberg, als Sie 2001 als Intendantin in San Francisco antraten, hatten Sie hoch gesteckte Ziele und wollten das Publikum sowohl mit einer Menge dort unbekannter Musik als auch mit Regietheater europäischer Prägung konfrontieren. Wie viel davon konnten Sie verwirklichen?
Ich denke, ich habe etwa die Hälfte von dem erreicht, was ich wollte. Ich habe, milde...
Er ist ein Dirigent, wie ihn sich jedes Orchester nur wünschen kann – nicht nur ausnehmend präzise in der Schlagtechnik und von umfassender Werkkenntnis, sondern offensichtlich mit einem Charisma ausgestattet, das Musiker zu Höchstleistungen animiert: der neunundzwanzigjährige Ungar Henrik Nánási. Auch Kollektive großer, renommierter Häuser spielen selten so...
Der Tenor der Pausengespräche war eindeutig: Selten so gut unterhalten. Stimmt: Regisseur Johannes Schaaf lässt das Personal mindestens ebenso munter wirbeln wie die Drehbühne. Das Timing stimmt, die Pointen da Pontes und Mozarts werden präzise umgesetzt. Schaut man sich zudem die historisierende Ausstattung von Stefan Aarfing an, fragt man sich, ob denn da noch...
