Das Ikea-Licht der Erkenntnis

Bonn, Tarnopolski: Jenseits der Schatten

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Man kann wahrlich einfachere Themen für ein Musik­theater wählen als Platons Höhlengleichnis, diesen Dreh- und Angelpunkt griechischer Philosophie. Doch der ukrainische Komponist Vladimir Tarnopolski, geboren 1955, hatte sich schon bei seinem Münchener Biennale-Erfolg vor sieben Jahren («Wenn die Zeit über die Ufer tritt») dem großen Ganzen verschrieben. Nun also für Beethovenfest und Theater Bonn ein Werk über Schein und Sein im Allgemeinen.

Es wurde im Forum der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland uraufgeführt – einem Ort, den die Bonner Oper seit der Eröffnung des Museums mit ihrer Experimentalreihe «bonn chance!» bespielt.
Tarnopolski ist als Komponist, Organisator und Professor in Moskau eine Schlüsselfigur der kleinen russischen Avantgarde-Gemeinde. Am Premierenabend sprach er auf einer Pressekonferenz recht bescheiden über seine Musik, die noch vor dem Thema, unter dem Eindruck dieses Mehrzweckraums, Gestalt angenommen habe. Intendant und Dramaturg des Bonner Theaters sekundierten mit Äußerungen, die «Jenseits der Schatten» fast wie eine Neuerfindung des Musiktheaters erscheinen lassen mussten.
Eine gewisse Diskrepanz zwischen Schein und Sein ließ sich ...

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Opernwelt November 2006
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Olaf Wilhelmer

Vergriffen
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