Massenet: Werther

Frankfurt

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In Frankfurt war jetzt die seinerzeit etwas unausgeglichen wirkende Amsterdamer Aufführung von Massenets «Wer­­ther» zu besichtigen. Willy Deckers In­szenierung in den Bühnenbildern Wolfgang Gussmanns wirkt dank ­einer sen­siblen, einfühlsamen Personenregie (Willy Deckers Assistent Johannes Erath), eher lebendiger, konturierter und plastischer in den Figurendarstellungen als in der Amsterdamer Erstinszenierung (siehe OW 3/96). Nachspielen muss also nicht immer zu leblos-schematischen Arrangements füh­ren.


Man erlebt in Frankfurt eine völlig neue Besetzung, ein anderes Orchester und einen neuen Dirigenten. Konnte man in Amsterdam mit Susan Grahams Charlotte zuweilen den Eindruck gewinnen, die Oper hieße nach ihr, so trägt sie nun in Frankfurt ihren originalen Titel wieder zu Recht. Mit Piotr Beczala behauptet Wer­ther seine führende Posi­tion: Leicht, fließend, wie bei­läufig artikuliert und mit leicht nervig vibrierendem Klang strömt Beczalas Werther-­Gesang dahin. Ein Singen voller Feuer, Leidenschaftlichkeit, tonschön und intensiv. Alfredo Kraus «atmete» die «Ossiade» vielleicht noch schwereloser, entmaterialisierter aus, aber Beczala befindet sich zweifellos auf dem Weg zum ...

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Opernwelt Februar 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 49
von Gerhard Rohde

Vergriffen
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