Panorama der Kontraste
Nicht nur wegen der geöffneten Striche, die den Baron Ochs als wahrhaft «aufgeblas’nen, schlechten Kerl» zeigen, war dieser «Rosenkavalier» ein Höhepunkt im Strauss-Jahr 2014: Harry Kupfer und sein Bühnenbildner Hans Schavernoch nutzten die Breitwandbühne des Großen Festspielhauses von Salzburg auf suggestive Weise, verlegten das Geschehen mit opulenten, perspektivisch raffiniert verschobenen Panoramabildern in die Entstehungszeit der «Komödie für Musik», fanden eine süffig schöne Balance zwischen Ruhe und Bewegung, Massenszenen und Intimität, Schwarz-Weiß-Ästhetik und rhyth
mischer Raum-Gliederung. Zwei Altmeister am Werk, die niemandem etwas beweisen müssen. Sie geben Salzburg, was es braucht, ohne dabei das Stück zu verraten. Natürlich blüht Harry Kupfers Handwerk auf, wenn die Bühne mit Menschen bevölkert wird: Das Lever im ersten Akt ist so brillant durchorganisiert wie die Turbulenzen des zweiten und dritten. Den Protagonisten gibt Kupfer in entscheidenden Momenten Zeit, sich auf ihren Gesang und das Orchester zu konzentrieren. Das alles kann man jetzt auf DVD noch genauer verfolgen als im Großen Festspielhaus.
Der grandiose Live-Eindruck, den die Wiener Philharmoniker unter ...
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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Stephan Mösch
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