Orient und Okzident
Neu ist die Idee nicht, im Rahmen eines Albums den musikalischen Wechselbeziehungen zwischen Orient und Okzident nachzugehen. Das Barockorchester Concerto Köln und das auf musikalische Grenzgänge spezialisierte Ensemble Sarband um Vladimir Ivanoff etwa brachten 2003 eine viel beachtete CD mit dem Titel «Dream of the Orient» heraus, die diesem Konzept verpflichtet war. Die Zusammenführung unterschiedlicher musikalischer Welten haben das Pera Ensemble, dessen Name von einem für seinen multinationalen Charakter bekannten Stadtteil Istanbuls abgeleitet ist, und sein Leiter Mehmet C.
Yesilçay bereits mit ihrem bei der Deutschen Harmonia Mundi erschienenen «Händel alla turca»-Projekt «Amor oriental» erkundet. Das neue Album «Baroque oriental» macht aber auch offenkundige Anleihen bei Christina Pluhars L’Arpeggiata-Aufnahmen mit Musik Claudio Monteverdis. Gleich das erste Stück, «Si dolce è’l tormento», erscheint wie eine Hommage an Philippe Jarousskys traumhafte Interpretation auf der CD «Teatro d’amore». Der Sänger des Pera Ensemble muss sich nicht hinter seinem (im Moment noch) berühmteren Kollegen verstecken. Valer Barna-Sabadus, ein gebürtiger Rumäne, der seit zwanzig Jahren in ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 30
von Thomas Seedorf
Zuallererst war es eine Sternstunde des Belcanto: «La donna del lago» an der Scala (eine Koproduktion mit der Opéra National de Paris). Hervorragend besetzt mit dem tenore di grazia Juan Diego Flórez und der virtuosen Joyce DiDonato, die als schottische Nixe in der Titelrolle ihre Koloraturen perlen ließ wie kristallklares Highland-Wasser. Zugleich aber wirkte die...
Das Kronentor des Dresdner Zwingers im Logo, war die Firma «Barock» der DDR einziger Hersteller von Tinte. Blauschwarz quoll das Zeug über die Hände tapsiger Jungpioniere, die keine gütige West-Tante und damit einen brauchbaren Pelikan-Füller vorweisen konnten. Ambivalent ist Dresdens Verhältnis zum Barock bekanntlich bis heute: Das Bemühen etwa, Kriegswunden im...
Das «Opernhaus des Jahres» hat sich zum Saisonstart etwas einfallen lassen: George Enescus
«Œdipe» ist ein aufwändiges Stück, das seine Zuschauer und Zuhörer keinesfalls sofort umarmt. Entsprechend selten sind die Aufführungen. La Monnaie in Brüssel wagt eine Neuproduktion. Seltene Koinzidenz in Baden-Württemberg: In Karlsruhe und Stuttgart sind mit dieser Spielzeit...
