«Von Leipzig verspreche ich mir etwas Neues»

Warum Riccardo Chailly nach Sachsen geht, wie er das dortige Opernhaus neu strukturieren will und warum er an die perfekte Studioaufnahme glaubt.

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Herr Chailly, im September 2005 treten Sie Ihr Amt als ­Ge­ne­ralmusikdirektor der Leipziger Oper und Gewandhauskapellmeister an. Leipzig zählt, trotz der unbestrittenen Qualitäten des Orchesters, nicht wirklich zu den führenden Musikmetropolen. Wo­rin besteht für Sie der Reiz?
Leipzig ist nicht irgendeine Stadt, sondern ein Ort mit einer ganz außergewöhnlichen musikgeschichtlichen Vergangenheit.

Denken Sie an Bach, denken Sie an Wagner! Und das Gewandhaus­orchester ist nicht irgendein Orchester, sondern eines der ältesten der Welt und eines der besten Deutschlands, wenn nicht der Welt. Dieser Klangkörper ist 250 Jahre alt. In gewissem Sinne war er das Vorbild für alle europäischen Or­ches­ter.

Aber liegt ein Problem nicht darin, dass der Ruhm des Gewandhausorchesters his­torisch ist? Dass der Name zwar für eine gloriose Vergangenheit steht, dass aber kaum jemand das Orchester heute in ­einem Atemzug mit etwa der Dresdner Staatskapelle oder den Berliner Philharmonikern nennen würde?
Das mag sein. Allerdings zu Unrecht, wie ich finde. Durch die DDR-Zeit hat sich das Image des Orchesters in den Augen des Westens geändert. Die Dresdner Staatskapelle war das Vorzeigeorchester Nummer ...

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Opernwelt Januar 2005
Rubrik: Interview, Seite 42
von Jochen Breiholz

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